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Porto Cristo: Höchststrafe nach Tod eines Babys bestätigt

Nach dem Tod eines Frühchens in einem Müllcontainer in Porto Cristo auf Mallorca bestätigt das Oberste Gericht der Balearen die Höchststrafe für die Mutter und ihren Schwager. Auch die Verurteilung der Schwester der Mutter wegen unterlassener Hilfeleistung bleibt bestehen.

Archivo - Los condenados, durante el juicio.
Europa Press

Die Richter wiesen die Berufungen aller drei Verurteilten zurück. Damit bleibt es bei den Schuldsprüchen wegen Mordes mit Heimtücke, die ein Geschworenengericht der Audiencia Provincial in Palma bereits im März gefällt hatte.

Frühchen kam in einem Fahrzeug zur Welt

Die Frau brachte das Mädchen im November 2023 in einem Fahrzeug zur Welt, in dem auch ihr Schwager und ihre Schwester saßen. Das Baby war nach den Feststellungen des Gerichts erst etwa 26 oder 27 Wochen alt und zeigte klare Lebenszeichen.

Trotz des dringenden Bedarfs an medizinischer Hilfe vereinbarten die Mutter und ihr Schwager laut Urteil, sich des Kindes zu entledigen. Der Mann stieg aus und warf die Neugeborene in einen Müllcontainer auf einer öffentlichen Straße – an einem kalten, regnerischen Nachmittag.

Keine Hilfe trotz Lebensgefahr

Die Schwester der Mutter sah die Situation direkt mit an. Obwohl sie die Lebensgefahr für das Kind erkannt habe, habe sie weder Hilfe gerufen noch den Rettungsdienst verständigt, so das Gericht.

Die Gerichtsmedizinerinnen stellten bei der Obduktion eine multifaktorielle Herz-Kreislauf-Stillstand als Todesursache fest. Auslöser seien die völlig fehlende medizinische Versorgung und ein Schädel-Hirn-Trauma gewesen, das beim Wurf in den Container entstanden sei.

Das Gericht bestätigte auch die besonders schwere Form der lebenslangen, überprüfbaren Freiheitsstrafe. Sie gilt bei Mord an Neugeborenen oder besonders schutzbedürftigen Minderjährigen.

Themen: Gerichtsprozesse · Manacor · Palma

Quelle: Europa Press / Mallorca.com