Balearenregierung: Madrid hält Migrationsberichte zurück
Auf den Balearen kommen laut Regionalregierung in den Sommermonaten jeweils 1.000 Menschen auf dem Seeweg an. Am 10. September wirft die Balearenregierung in Palma dem spanischen Staat vor, Berichte über Migration zurückzuhalten. Der Generaldirektor für Einwanderung und Entwicklungszusammenarbeit, Manuel Pavón, verlangt mehr institutionelle Loyalität.
Pavón sagte, Madrid habe nach der Veröffentlichung von Unterlagen des CNI, der Nationalpolizei und der Guardia Civil nur die Dokumente freigegeben, die ihm passten. Die Regionalregierung habe den CNI-Bericht nach dem Auftritt von Ministerpräsident Pedro Sánchez im Abgeordnetenkongress angefordert, ihn aber bislang nicht erhalten.
Warnung vor wachsender Route
Nach Pavóns Angaben warnt der CNI-Bericht davor, dass die Migrationsroute zu den Balearen 2026 am stärksten wachsen könnte. Er wirft Sánchez, Innenminister Fernando Grande-Marlaska und dem Regierungsdelegierten auf den Balearen, Alfonso Rodríguez, vor, davon zu wissen und nichts zu unternehmen.
Die Regierung in Madrid habe für dieses Jahr einen Rückgang der Route zwischen Algerien und dem Archipel in Aussicht gestellt, sagte Pavón. Tatsächlich seien im September bislang etwa 500 Menschen angekommen. Auch Frontex und das Innenministerium verfügten laut Pavón über Berichte, wonach die Balearenroute weiter zunehme.
PP fordert vollständige Unterlagen
Die PP hat im Abgeordnetenkongress eine Kopie eines Berichts der Nationalpolizei beantragt. Dieser soll vor einem hohen Risiko weiterer Ankünfte von Migranten auf dem Seeweg auf den Balearen gewarnt haben.
Die Partei verlangt auch Anhänge, Mitteilungen an das Innenministerium, das Staatssekretariat für Sicherheit und die Regierungsdelegation auf den Balearen. Zudem will sie wissen, welche Maßnahmen nach den Warnungen ergriffen wurden. Der PP-Abgeordnete José Vicent Marí wirft der spanischen Regierung Untätigkeit vor und fordert Aufklärung darüber, was sie wusste und wann sie handelte.
Themen: Polizei · Migration · Politik · Palma
Quelle: Europa Press / Mallorca.com