Betrug um 700 Euro: Banken müssen zuerst erstatten
Ein gefälschter Bank-Link bringt eine Kundin um den Gegenwert von 700 Euro. Der Gerichtshof der Europäischen Union stellt in einer am 16. Oktober 2026 gemeldeten Entscheidung klar: Bei nicht autorisierten Zahlungen müssen Banken das Geld zunächst erstatten – auch wenn sie dem Kunden Fahrlässigkeit vorwerfen. Anlass ist ein Betrugsfall, zu dem ein polnisches Gericht den Gerichtshof befragt hat.
Ein falscher Link führt zum Konto
Die Kundin hatte einen Gegenstand im Internet zum Verkauf angeboten. Ein angeblicher Käufer schickte ihr einen Zahlungslink, der sich als Seite ihrer Bank ausgab. Dort gab sie ihre Zugangsdaten ein. Ein Dritter konnte daraufhin den Gegenwert von 700 Euro überweisen.
Die Kundin meldete die betrügerische Zahlung ihrer Bank. Diese verweigerte die Erstattung, weil sie der Kundin Fahrlässigkeit vorwarf.
Erst erstatten, dann möglichen Anspruch prüfen
Nach der Entscheidung muss ein Zahlungsdienstleister den Betrag grundsätzlich sofort zurückzahlen, spätestens bis zum Ende des folgenden Geschäftstags, nachdem er die nicht autorisierte Zahlung bemerkt hat oder darüber informiert wurde. Voraussetzung ist, dass die Meldung ohne ungerechtfertigte Verzögerung erfolgt. Für Banken gilt diese Pflicht ebenfalls.
Erst danach kann die Bank das Geld gegebenenfalls vom Kunden zurückfordern. Dafür muss sie nachweisen, dass er seine Pflichten zum Schutz seiner persönlichen Zugangsdaten vorsätzlich oder grob fahrlässig verletzt hat. Die spanische Verbraucherorganisation Organización de Consumidores y Usuarios begrüßt die Entscheidung: Kunden sollen nicht ohne ihr Geld bleiben, während die Bank einen solchen Vorwurf prüft.
Themen: Gerichtsprozesse · Wirtschaft
Quelle: Europa Press / Mallorca.com