Bauzá sieht Tourismuspolitik auf Mallorca auf Kurs
Nach den Protesten gegen die touristische Überlastung auf den Balearen verteidigt Jaume Bauzá den Kurs der Regierung. Der Tourismus-, Kultur- und Sportminister erklärte am Mittwoch in Palma, die Tourismuspolitik beginne Ergebnisse zu zeigen. Zugleich bekundete er „vollen Respekt“ für die Demonstrationen.
Bauzá antwortete im Parlament auf Fragen von José María García von Unidas Podemos und Llorenç Pou von der sozialistischen Partei PSIB. Der Minister verwies darauf, dass die Ausgaben der Touristen stärker stiegen als die Zahl der Besucher. Bevor ein „demagogisches Narrativ“ aufgebaut werde, müsse man auf die Daten schauen, sagte er.
Streit über Proteste und Touristenzahlen
García hält die Strategie der Regierung zur Verlängerung der Saison dagegen für gescheitert. Sie habe sowohl im Sommer als auch im übrigen Jahr zu Wachstum geführt. Die Sicht des Ministers passe nicht zu jener der Menschen, die im Sommer gegen die touristische Überlastung demonstriert hätten.
Der Abgeordnete warf der Regierung vor, nicht auf die Bedürfnisse der Menschen auf den Balearen zu reagieren. Der Tourismus verdränge Einwohner, verschlechtere Arbeitsbedingungen und erschöpfe Ressourcen, sagte García. Er kritisierte außerdem Festnahmen von Aktivisten durch die Policía Nacional im Zusammenhang mit Protesten gegen die Touristifizierung.
Bauzá entgegnete, die Demonstrationen hätten auch die Politik jener Regierung kritisiert, an der Unidas Podemos beteiligt gewesen sei. Er verwies auf 115.000 Tourismusplätze, die zuvor genehmigt worden seien, sowie auf eine aus seiner Sicht fehlende Verfolgung illegaler touristischer Angebote.
Regierung verweist auf neue Regeln
Pou verglich die Proteste mit einem möglichen „Tourismus-TIL“ und spielte damit auf frühere Bildungsproteste gegen eine Reform unter dem damaligen Regierungschef José Ramón Bauzá an. Er fragte, wann die Regierung angesichts der Vorwürfe der Untätigkeit „mutige Maßnahmen“ ergreifen werde.
Der Tourismusminister sagte, die Regierung habe bereits gehandelt: Für einen neuen Eintrag in die Börse der Tourismusplätze müsse ein anderer gestrichen werden. Zudem nannte er das Verbot der Ferienvermietung in Mehrfamilienhäusern und höhere Strafen für die schwersten Verstöße.
Pou hielt dagegen, die Regierung habe Verfahren verjähren lassen. Er verwies auf den Fall eines Agrotourismusbetriebs des früheren Transparenzdirektors Jaume Porsell sowie auf Aussagen des heutigen Bürgermeisters von Palma, Jaime Martínez, über wachsende Tourismusplätze während dessen Amtszeit. Die Demonstrationen richteten sich nicht rückwirkend gegen frühere Regierungen, sagte Pou.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com