Palma: Polizei lässt Born-Terrassen für Freiluftessen räumen
Am Mittwochnachmittag sollen die Terrassenmöbel am Paseo del Born in Palma verschwinden. Die Nationalpolizei verlangt die Maßnahme vor dem „sopar a la fresca“, einem Abendessen im Freien des Kollektivs Brunzzit. Das Rathaus von Palma betont: Die Anordnung kommt von der Polizei, nicht vom Regierungsteam der Stadt.
Die Delegation der Regierung auf den Balearen hat die Bürgerveranstaltung genehmigt. Nach Angaben der Nationalpolizei müssen alle nicht fest installierten Möbel der Gastronomiebetriebe am Born entfernt werden. Damit wolle sie die Sicherheit gewährleisten, Störungen der öffentlichen Ordnung verhindern und möglichen Vandalismus oder Ausschreitungen vorbeugen.
Polizei verweist auf Protest im Juli
Die Polizeibrigade für Information begründet die Vorsichtsmaßnahme mit Vorfällen vom 26. Juli. Nach der großen Demonstration gegen touristische Überfüllung von „Menys Turisme, Més Vida“ kam es laut Polizeidokument am Ende zu Einsätzen und Zusammenstößen.
Demnach entstanden Spannungen auch in Bereichen mit Außenterrassen am Born. Gäste hätten die Lokale aus Sicherheitsgründen überstürzt verlassen. Die Polizei sieht zudem ein Risiko, weil Brunzzit als Anlass die „Befreiung des öffentlichen Raums“ nennt. Dadurch könne die Gefahr von Nötigung, Sabotage oder direkten Konfrontationen mit Gastronomiebetrieben steigen, heißt es in der Begründung.
Brunzzit lädt Großeltern zum Spaziergang ein
Brunzzit organisiert nach eigenen Angaben seit zwei Sommern wöchentliche „sopars a la fresca“ an verschiedenen markanten Orten in Palma. Für die letzte Veranstaltung des Jahres 2026 ruft das Kollektiv zu einem Spaziergang am Born auf und lädt dazu auch Großeltern und weitere Familienangehörige ein.
Tische und Stühle will Brunzzit nach eigener Aussage zunächst nicht aufstellen. Stattdessen sollen die Bänke am Born genutzt werden. Das Kollektiv kritisiert, dass dort 130 Quadratmeter für Tische und Stühle von Kunden genutzt würden, die nach seiner Darstellung für viele Arbeitnehmer auf Mallorca zu hohe Preise zahlen müssten.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com