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Ceuta-Akten: 3.723 Migranten kommen auf die Balearen

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Die am Mittwoch freigegebenen Ceuta-Akten nennen für die Balearen vor allem eine Zahl: Bis zum 22. Juli kamen 3.723 Migranten in 195 Booten auf den Archipel. Die Daten stehen in einem Bericht des Nationalen Zentrums für Einwanderung und Grenzen der Nationalpolizei (CENIF) vom 23. Juli.

Archivo - El presidente del Gobierno, Pedro Sánchez, y la presidenta de Baleares, Marga Prohens, se reúnen en el Consolat de Mar, a 29 de julio de 2026, en Palma de Mallorca, Islas Baleares (España).
Europa Press

Der Bericht mit dem Titel „Informe Inmigración Marítima Irregular“ erfasst Ankünfte zwischen dem 16. und 22. Juli. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Migranten um 8 Prozent, die Zahl der Boote um 9 Prozent. Neben den Balearen führt das Dokument auch Almería, Cádiz, Las Palmas, Murcia, Teneriffa, Alicante, Melilla, Ceuta und Granada auf.

Zweiter Bericht nennt Balearen nur am Rande

Auch ein Papier des Nationalen Nachrichtendienstes CNI vom 27. Juli erwähnt die Balearen nur kurz. Darin geht es um die irreguläre Migration nach Spanien zum 30. Juni 2026.

Bis zu diesem Stichtag kamen laut CNI 9.547 Migranten auf die Halbinsel, die Balearen und die Kanaren – 44 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2025. Als einziges Herkunftsland mit steigenden Migrationsbewegungen nennt der Dienst Algerien: 5.501 Migranten bedeuteten dort ein Plus von 29 Prozent.

Der CNI erwartet, dass der Aufwärtstrend wegen der „kontinuierlichen“ Einreise von Migranten nach Algerien aus Nachbarländern und wegen guter Navigationsbedingungen im Sommer anhalten könnte. Militäroperationen im Süden Libyens könnten laut Bericht zusätzlich zu mehr Einreisen nach Algerien führen.

Streit zwischen Sánchez und Prohens

Die Balearen-Daten wurden politisch brisant, nachdem Ministerpräsident Pedro Sánchez vergangene Woche im Kongress über die Krise in Ceuta sprach. Er wies zurück, dass die Nationalpolizei eine Woche zuvor vor einem „hohen Risiko“ in Ceuta gewarnt habe.

Sánchez bestätigte den Bericht, betonte aber, er beziehe sich „ausschließlich“ auf Ankünfte auf dem Seeweg zur Halbinsel und auf die Balearen. Einen Tag später verlangte Balearen-Regierungschefin Marga Prohens in Palma alle Berichte der staatlichen Sicherheitskräfte, die aus ihrer Sicht vor einer „massiven Ankunft“ an den Küsten der Balearen warnten.

Prohens warf der Regierung vor, sensible Informationen zur Sicherheit des Archipels zurückgehalten zu haben. Zudem kritisierte sie, dass Sánchez sie bei ihrem Treffen am 29. Juli in Palma nicht darüber informiert habe.

Themen: Polizei · Migration · Politik · Palma

Quelle: Europa Press / Mallorca.com