Drei Knoten vor der Balearenküste: GOB fordert Limit
Boote sollen in den ersten 300 Metern vor der Küste der Balearen nur drei Knoten fahren. Das fordern die Umweltverbände GOB Mallorca und GOB Menorca am 4. September in ihren Änderungsanträgen zum neuen Küstengesetz. Zusätzlich verlangen sie eine verbindliche Belastungsgrenze für Boote, Ankerplätze und Liegeplätze.
Nach Vorstellung des GOB soll diese nautische Kapazitätsgrenze nach physischen, ökologischen und sozialen Kriterien festgelegt werden. Nutzungen, die diese Grenze überschreiten, dürften dann nicht genehmigt werden. Wo die Belastung bereits zu hoch ist, soll der Druck schrittweise sinken.
Mehr Abstand beim Ankern
Für Strände und Buchten ohne Markierung fordert der GOB einen Mindestabstand von 50 Metern beim Ankern. An der übrigen nicht markierten Küste sollen es 20 Meter sein. Die Vorschläge gelten für die Balearen und nicht ausschließlich für Mallorca.
Private oder gewinnorientierte Nutzungen im öffentlichen Küstenbereich sollen laut GOB begründen müssen, warum sie genau dort stattfinden müssen und ob es keine tragfähige Alternative gibt. Saisonangebote sollen zudem tatsächlich nur vorübergehend bleiben.
Küstenschutz und Kontrollen
Angesichts der Küstenerosion und zunehmender Klimarisiken fordert der Verband, Pläne bei veränderten Umweltbedingungen zu überprüfen. Gefährdete Infrastruktur und Nutzungen sollen angepasst, zurückgebaut oder verlegt werden können.
Der GOB verlangt außerdem, Dünen, Feuchtgebiete und andere geschädigte Küstenlebensräume vorrangig wiederherzustellen. Ein regelmäßiges, koordiniertes Programm für Überwachung und Kontrollen soll Prioritäten und Ergebnisse öffentlich machen. Einnahmen aus der Küstenabgabe sollen nach den Vorstellungen der Verbände vor allem in Renaturierung, Überwachung und Klimaanpassung fließen.
Themen: Meer & Küste
Quelle: Europa Press / Mallorca.com