Extreme Hitze kommt immer öfter vor und nach dem Sommer
Extreme Hitze rückt in vielen Regionen immer weiter vor den Sommer oder bis in den Herbst. Eine am 10. September veröffentlichte Studie von Forschenden der Columbia Climate School in den USA wertet Daten von allen sechs bewohnten Kontinenten aus. Sie vergleicht die 1980er-Jahre mit dem Zeitraum von 2015 bis 2024.
Die Forschenden zählten Tage im obersten Fünftel der jeweiligen täglichen Temperaturen als extrem. Sie prüften trockene Hitze anhand gewöhnlicher Thermometerwerte und feuchte Hitze mit der Feuchtkugel-Globe-Temperatur. Dieser Wert verbindet Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und Sonneneinstrahlung und misst die Hitzebelastung für den Körper.
Die Hitze-Saison verschiebt sich
Bei trockener Hitze verlängerte sich die Saison auf etwas mehr als der Hälfte der weltweiten Landfläche deutlich. Bei feuchter Hitze betraf dies etwas weniger als die Hälfte. Die Ausweitung verlief aber nicht überall gleich: In manchen Regionen kam die extreme Hitze stärker im Frühling, in anderen zog sie sich schneller in den Herbst.
Im Westen der USA, im Osten Chinas, in Nordafrika und in Osteuropa häuften sich Extremhitzetage besonders in den zwei Monaten nach der bisherigen Hitzezeit. In Westeuropa, im südlichen Afrika und im Nordwesten Indiens lagen sie dagegen vor allem in den zwei Monaten davor.
Phoenix zeigt die Folgen
Phoenix verzeichnete in den 1980er-Jahren 183 Tage mit extremer Hitze nach Temperaturmessung. Im Zeitraum bis 2024 waren es 338 Tage. Während in den 1980er-Jahren kein solcher Tag nach dem Ende der üblichen Hitzezeit lag, traf das zwischen 2015 und 2024 auf 6 % der Ereignisse zu.
Die Forschenden sehen darin eine erste überzeugende Spur für ein neues Muster, betonen aber Unsicherheiten. Beobachtungen allein können nicht klären, welcher Anteil auf den menschengemachten Klimawandel und welcher auf natürliche Schwankungen zurückgeht. Klimamodelle sollen nun prüfen, ob sie dieselbe ungleiche Verschiebung der Extremhitze abbilden.
Trockene Hitze belastet laut Studie vor allem Landwirtschaft und Ökosysteme. Feuchte Hitze ist für Menschen gefährlicher, weil sie die Temperaturregulierung des Körpers durch Schwitzen einschränkt. Treffen Extremhitzetage zudem mit Waldbrand- oder Hurrikansaison zusammen, können sich die Risiken verstärken.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com