Finanzierung der Bildung auf den Balearen
Die Lehrergewerkschaft ANPE hat am 21. August 2026 in Palma auf Mallorca die Regierung Spaniens aufgefordert, im neuen Finanzierungssystem der Autonomen Gemeinschaften ausreichend Mittel für die öffentliche Bildung auf den Balearen zu sichern. Nach Ansicht der Gewerkschaft berücksichtigt der Entwurf weder die Insellage noch das Wachstum der Schülerzahlen ausreichend.
ANPE warnt, dass das geplante Modell die nach eigener Darstellung historische Unterfinanzierung des Archipels nicht behebe. Zudem werde der Stellenwert der Insellage reduziert, während deren Mehrkosten und die Folgen des Bevölkerungswachstums weiter nicht ausgeglichen würden.
Kritik an Entwurf und Kostenverteilung
Die Fundación de Estudios de Economía Aplicada (Fedea) bestätige laut ANPE, dass das neue Modell die strukturelle Unterfinanzierung der Balearen in zwei zentralen Bereichen des Sozialstaats fortschreibe: Gesundheit und Bildung.
Der ANPE-Vorsitzende Víctor Villatoro kritisierte, dass die Zentralregierung Mittel über den Faktor der Insellage bereitstelle, um Stellen für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes auf den Balearen attraktiver zu machen. Die Kosten dieser Zusagen würden anschließend jedoch über ein unzureichendes Finanzierungssystem auf die Autonome Gemeinschaft verlagert.
Forderung nach stabilen Mitteln
Nach Angaben der Gewerkschaft müssen Maßnahmen wie kleinere Klassen und eine Verringerung der Unterrichtszeit für Lehrkräfte mit einer stabilen und ausreichenden Finanzierung verbunden sein. Andernfalls zahlten die Bürger der Balearen über die Qualität der öffentlichen Dienstleistungen den Preis, erklärte Villatoro.
ANPE verlangt, dass das Finanzierungssystem die Mehrkosten der Insellage, den starken Anstieg der Schülerzahlen, neue Bildungsinfrastrukturen sowie Schwierigkeiten bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften berücksichtigt. Auch die hohen Wohn- und Lebenshaltungskosten auf den Balearen müssten einfließen. Eine unzureichende Finanzierung könne Fortschritte bei kleineren Klassen, stärkerem Personalbestand, der Betreuung von Schülern und der Qualität der öffentlichen Bildung gefährden, warnte die Gewerkschaft.
Themen: Arbeitsmarkt · Politik
Quelle: Europa Press / Mallorca.com