Frühinterventionsteams für gefährdete Minderjährige auf Mallorca
Das Institut Mallorquí d'Afers Socials (IMAS) hat am Dienstag in Palma auf Mallorca fünf Frühinterventionsteams vorgestellt, die Minderjährige in Situationen mit leichtem oder mittlerem Risiko betreuen sollen. Die Teams mit insgesamt 27 Fachkräften arbeiten seit den ersten Monaten des Jahres 2026 und sollen verhindern, dass Kinder und Jugendliche in das Schutzsystem aufgenommen werden müssen.
Die Teams für Intervention in Risikosituationen wurden Ende vergangenen Jahres eingerichtet und nach einer Ausbildungsphase schrittweise in Betrieb genommen. Vorgestellt wurde das Projekt vom IMAS-Präsidenten Guillermo Sánchez und Apol·lònia Socias, Direktorin für Soziales, Kindheit und Familie beim Consell de Mallorca.
Zusammenarbeit mit den kommunalen Sozialdiensten
Mallorca ist für das Projekt in fünf Regionen aufgeteilt. Die Teams sollen die Sozialdienste der Gemeinden bei Fällen unterstützen, die eine spezialisierte Betreuung erfordern, diese kommunalen Stellen aber nicht ersetzen.
Die kommunalen Fachkräfte erkennen und bewerten Risikosituationen zunächst. Falls erforderlich, überweisen sie den Fall an eines der Teams, das anschließend eine umfassende Bewertung vornimmt und gemeinsam mit den kommunalen Diensten einen Interventionsplan entwickelt und begleitet.
Jedes Team besteht aus einer Fachkraft für Sozialarbeit, Psychologie, Erziehung und sozialer Integration. Ergänzt werden die insgesamt 27 Beschäftigten durch Koordinatoren sowie juristische und administrative Fachkräfte.
Unterstützung für Kinder und Familien
Die Hilfe kann psychologische, erzieherische oder familienbezogene Unterstützung umfassen und wird auf den jeweiligen Einzelfall zugeschnitten. Als mögliche Fälle nannte Socias einen Minderjährigen mit übermäßigem Bildschirmkonsum, bei dem die Eltern Schwierigkeiten haben, die Nutzung zu begrenzen.
Zu den weiteren möglichen Gründen für eine Betreuung zählen Schwierigkeiten bei elterlichen Kompetenzen, familiäre Konflikte, soziale Verwundbarkeit, psychische Probleme im familiären Umfeld, geschlechtsspezifische Gewalt mit betroffenen Kindern, Behinderung oder Abhängigkeit sowie Verdachtsfälle von leichtem oder mittlerem Missbrauch.
Nach Angaben des IMAS soll die frühe Hilfe die familiäre Einheit erhalten und eine Unterbringung von Minderjährigen vermeiden, sofern diese nicht unbedingt erforderlich ist. Das Angebot sei in den Gemeinden Mallorcas in den gut sechs Monaten seit seinem Start positiv aufgenommen worden; eine Bilanz mit konkreten Zahlen soll erst nach vollständiger Umsetzung des Projekts vorgelegt werden.
Themen: Soziales · Politik · Palma
Quelle: Europa Press / Mallorca.com