Mallorca: Angeklagte zeigen gestohlene Autos im Netz
Gestohlene Autos in Videos, Bargeld auf einem Bett: Sechs junge Angeklagte sollen sich nach einer Serie von Einbrüchen auf Mallorca selbst in sozialen Netzwerken gezeigt haben. Am Donnerstag, 15. Oktober, erklärte ein Ermittler der Guardia Civil vor dem Provinzgericht in Palma, wie die Aufnahmen die Polizei auf die Spur der Gruppe brachten. Verhandelt werden Auto- und Geschäftseinbrüche in mehreren Orten der Insel zwischen Januar und Februar 2026.
Videos und Kameras belasten die Angeklagten
Die Ermittlungen begannen nach sieben oder acht Einbrüchen und Fahrzeugdiebstählen, die sich innerhalb weniger Stunden ereignet hatten. Laut dem Ermittler waren die Angeklagten schon Monate zuvor bei einem Einbruch in einen Tabakladen in Campos auf Mallorca ertappt worden.
Auf öffentlich zugänglichen Profilen tauchten später Videos mit den als gestohlen gemeldeten Autos auf. Teils waren die Kennzeichen zu erkennen. Überwachungskameras zeigten Autos bei der Ankunft an oder der Abfahrt von Tatorten sowie Verdächtige. In einem Video zeigte der Tacho eines Autos mehr als 200 Kilometer pro Stunde an. In einem weiteren Wagen war das Mobiltelefon eines Verdächtigen verbunden.
Anklage fordert insgesamt bis zu 56 Jahre Haft
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft ereigneten sich die angeklagten Taten zwischen dem 27. Januar und dem 16. Februar. Den sechs Angeklagten werden drei Autodiebstähle, acht Einbrüche in Geschäfte sowie Diebstähle aus Fahrzeugen und der Diebstahl eines Kennzeichens vorgeworfen. Viele Taten sollen in Valldemossa auf Mallorca stattgefunden haben, weitere unter anderem in Sóller, Deià, Santanyí, Campos und Portocolom.
Die Staatsanwaltschaft wirft der Gruppe vor, gestohlene Autos für die Einbrüche genutzt und teils die Kennzeichen ausgetauscht zu haben. Geschäftstüren sollen die Täter mit Brecheisen oder Hebeln geöffnet haben; in anderen Fällen sollen sie mit Autos Schaufensterscheiben zerbrochen haben. Die Staatsanwaltschaft fordert für alle Angeklagten zusammen Haftstrafen von bis zu 56 Jahren. Ihre Aussagen vor Gericht sind für Freitag vorgesehen.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com