Grippeimpfung: Pflegekräfte fordern mehr Personal
Vor dem Start der Grippeimpfung Ende September warnen Pflegekräfte vor Engpässen bei der Versorgung. Der Krankenpflegeverband SATSE fordert Verstärkung für die Impfkampagne gegen Grippe und Covid-19. Die Teams seien schon jetzt stark überlastet.
Die Pflegekräfte in der Grundversorgung impfen nicht nur. Sie informieren vorab, erfassen die Impfungen, achten auf mögliche Nebenwirkungen und übernehmen bei Bedarf die Nachverfolgung. Ohne ausreichend Personal verlangsame sich der Ablauf, besonders in ländlichen Gebieten, so SATSE.
Bis zu 2.000 Menschen pro Pflegekraft
Nach Angaben des Verbands betreuen Pflegekräfte teilweise bis zu 2.000 Menschen oder mehr. Der Höchstwert sollte nach Ansicht von SATSE bei 1.500 liegen. Während der Impfkampagne müssten sie über Wochen Tausende Menschen aufklären, sensibilisieren und impfen.
SATSE sieht ein strukturelles Defizit an Pflegefachkräften in allen Gesundheitsdiensten als Ursache. Die regionalen Gesundheitsministerien müssten die Teams in den Zentren der Grundversorgung rechtzeitig stärken, damit es nicht zu Verzögerungen oder Schwierigkeiten komme.
Impfziele brauchen Zeit und Personal
Die nationale Impfstrategie sieht eine Quote von 75 Prozent bei älteren Menschen vor. Bei Schwangeren und Kindern bis 59 Monate liegt das Ziel bei 60 Prozent. Dafür müsse die für den gesamten Impfprozess vorgesehene Zeit gesichert sein, fordert der Verband.
Eine von SATSE über eine Bürgerinitiative angestoßene Regelung für verbindliche Pflegekräfte-Quoten wartet nach Angaben des Verbands weiter auf ihre Verabschiedung. Die Kampagne lasse zudem kaum Zeit für andere wichtige Aufgaben der Prävention und Gesundheitsförderung.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com