Haus in Lloseta: 100.000 Euro weniger im Notarvertrag
Für ein Haus in Lloseta auf Mallorca vereinbarte die Verkäuferin 120.000 Euro. In einem Notarvertrag vom selben Tag standen nur 20.000 Euro. Am Donnerstag, 22. Oktober 2026, beginnt um 9.30 Uhr am Provinzgericht in Palma die Vorverhandlung gegen sechs Beschuldigte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Betrug vor.
Zwei Verträge an einem Tag
Der Fall reicht ins Jahr 2014 zurück. Laut Anklage trat einer der Beschuldigten als Immobilienvermittler auf und stellte der Eigentümerin und ihrem Mann zwei Kaufinteressenten vor. Die Verkäuferin unterschrieb ohne rechtlichen Beistand einen Vertrag über 120.000 Euro. Davon waren 7.000 Euro als Anzahlung vorgesehen, den Rest sollten zwei Wechsel über jeweils 56.500 Euro decken. Die Dokumente waren laut Anklage jedoch so ausgefüllt, dass die Frau das Geld nicht einlösen konnte.
Noch am selben Tag entstand beim Notar ein anderer Kaufvertrag: Er nannte zwei weitere Beschuldigte als Käufer und einen Preis von 20.000 Euro. Für die Verkäuferin sah dieser Vertrag Schecks über insgesamt 7.000 Euro vor. Das Haus wurde später auf zwei der Beschuldigten eingetragen. Sie versuchten laut Anklage anschließend, es für 160.000 und 112.000 Euro zu verkaufen.
Staatsanwaltschaft fordert Haft
Die Staatsanwaltschaft verlangt für jeden der sechs Beschuldigten fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe von rund 2.400 Euro. Zudem will sie die Rechtsgeschäfte für nichtig erklären lassen. Falls die Verkäuferin das Haus nicht zurückerhalten kann, fordert sie 113.000 Euro Entschädigung für die Frau.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com