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Balearen fordern Inselbonus für Bauern und Fischer

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Die balearische Regierung fordert einen Inselbonus für Bauern und Fischer: Die Insellage soll bei künftigen EU-Hilfen stärker zählen. Landwirtschafts- und Fischereiminister Joan Simonet brachte die Forderung am Mittwoch bei zwei Beratungen mit dem spanischen Ministerium in Madrid vor.

El conseller de Agricultura, Pesca y Medio Natural, Joan Simonet, en una de las reuniones mantenidas en el Ministerio de Agricultura, Pesca y Alimentación.
Europa Press

Simonet will, dass die künftige Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union und die Fischereipolitik die besonderen Bedingungen der Balearen berücksichtigen. Es dürften nicht dieselben Regeln für sehr unterschiedliche Regionen und Flotten gelten, erklärte er.

Geld für die Landwirtschaft direkt über das Agrarministerium

Bei der künftigen Gemeinsamen Agrarpolitik fordert die balearische Regierung, dass Spaniens Mittel direkt beim Landwirtschaftsministerium ankommen. Dieses soll das Geld gemeinsam mit den zuständigen Regionalministerien verteilen. So solle der Umweg über das Finanzministerium und die regionalen Finanzbehörden entfallen.

Bei den Hilfen sollen nicht nur Fläche, Produktionsrichtung und wirtschaftliche Größe eines Betriebs zählen. Die Balearen verlangen auch den tatsächlichen Personalbedarf, territoriale Bedingungen und die Insellage als Kriterien. Simonet will zudem gezielte Maßnahmen für Kartoffeln, Schafe und Olivenhaine sowie Hilfen für junge Landwirte und die Betriebsnachfolge erhalten.

Regierung fordert eigene Regeln für Küstenflotte

Auch für Fischerei und Aquakultur verlangt die balearische Regierung mindestens Mittel in Höhe des aktuellen EU-Haushaltszeitraums. Die Insellage soll ausdrücklich als Faktor gelten, um ihre Folgen für die maritime Fischerei und Aquakultur auszugleichen.

Simonet fordert außerdem eine eigene rechtliche Kategorie für mediterrane Küstenfischerboote. Gemeint sind Schiffe mit mehr als 12 Metern und weniger als 24 Metern Länge, die weniger als 24 Stunden unterwegs sind. Die Regierung will damit Maßnahmen besser an die mediterrane Fischerei anpassen.

Bei Kontrollen verlangt die balearische Regierung weniger bürokratische Vorgaben für die Küstenflotte. Vorrang sollen Kontrollen an Land haben. Melde-, Erklärungs-, Klassifizierungs- und Wiegepflichten sollen sich an Booten orientieren, die häufig weniger als 16 Stunden auf See sind, ohne die Kontrolle und den Schutz der Meeresressourcen zu schwächen.

Themen: Meer & Küste · Landwirtschaft · Politik · Wirtschaft

Quelle: Europa Press / Mallorca.com