Keine Spuren großer Haie im Balearenmeer
Große Haie haben bei einer wissenschaftlichen Kampagne im Balearenmeer keine genetischen Spuren hinterlassen. Die Studie von Shark Med und der Stiftung Save the Med untersuchte 2024 und 2025 Gewässer des Cabrera-Archipels auf den Balearen sowie den Unterwasserberg Emile Baudot.
In den Wasserproben fanden die Forschenden keine Nachweise für Makohaie, Weiße Haie oder Hammerhaie. Die Ergebnisse unterstreichen nach Einschätzung der beteiligten Organisationen den Bedarf an weiteren Schutzmaßnahmen.
Untersuchung an zwölf Punkten
Die Kampagnen wurden an zwölf strategisch ausgewählten Punkten durchgeführt und sollten auch mögliche saisonale Muster erfassen. Trotz teils ungünstiger Wetter- und Seebedingungen entstanden rund 80 gültige Proben.
Für die Untersuchung filterte ein Roboter Wasser direkt vor Ort und in unterschiedlichen Tiefen. Anschließend wurde die Erbsubstanz aus unsichtbaren Haut-, Schuppen- und Flüssigkeitsresten sequenziert und mit Referenzdatenbanken abgeglichen. Die Methode erfasst nur Tiere, die sich erst kürzlich in dem Gebiet aufgehalten haben, weil sich DNA in der Wassersäule schnell abbaut.
Geringe Vielfalt im Untersuchungsgebiet
Von dem ausgewerteten genetischen Material entfiel nur ein sehr geringer Anteil auf Haie und Rochen. Insgesamt identifizierte das Team 13 Arten, darunter fünf Haiarten und acht Rochenarten; die größte Vielfalt lag im Gebiet zwischen Cabrera und Mallorca.
Die Forschenden werten das vollständige Fehlen von Spuren des Makohais, des Weißen Hais und von Hammerhaien als Hinweis auf deren extreme Seltenheit im Mittelmeer. Die Studie beschreibt Vielfalt und allgemeine Häufigkeit der Haie und Rochen ausdrücklich für das Untersuchungsgebiet als niedrig und sieht vor allem am Unterwasserberg Emile Baudot einen wichtigen Bereich für Arten des offenen Meeres.
Shark Med und Save the Med planen weitere Kampagnen zur Ökologie von Haien und Rochen auf den Balearen. Das Projekt gehört zum Plan für Wiederaufbau, Transformation und Resilienz der Europäischen Union und erhielt zudem Unterstützung der Stiftung Marilles.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com