KI-Cybergewalt auf den Balearen: Staatsanwaltschaft warnt
Auf den Balearen haben Staatsanwälte 2025 Fälle von KI-Cybergewalt gemeldet, bei denen die Opfer teils unter 18 Jahre alt waren. Die Generalstaatsanwaltschaft warnt in ihrem am Donnerstag vorgestellten Jahresbericht vor den kaum vorhersehbaren offensiven Möglichkeiten künstlicher Intelligenz. Besonders im Fokus stehen Kinder, Jugendliche und Frauen als Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt.
Die Staatsanwaltschaft nennt künstliche Intelligenz einen „echten Multiplikator des Cyberrisikos“. Systeme könnten Schwachstellen in Computern erkennen, Identitäten nachahmen und den Zugang zu besonders gefährdeten Menschen für kriminelle Zwecke erleichtern. Auch die Erstellung und Verbreitung von Material über sexuellen Missbrauch von Kindern zeige bereits „gefährliche schädliche Auswirkungen“.
Fälle auf den Balearen gemeldet
Besonders besorgt zeigt sich die Behörde über KI-generiertes illegales Material mit realistischem Eindruck. Das gelte vor allem, wenn Minderjährige betroffen sind oder Inhalte zur Ausbeutung, Erpressung oder Anbahnung von Kontakten eingesetzt werden.
Die Staatsanwaltschaft von Saragossa hatte 2024 erstmals vor KI als Werkzeug für digitale Gewalt gegen Frauen unter jungen Menschen gewarnt. 2025 habe sich diese Warnung verallgemeinert: Auch Badajoz und die Balearen meldeten ähnliche Situationen.
Antworten von Facebook und Instagram dauern zu lange
Als weiteres Problem nennt die Generalstaatsanwaltschaft die Kontaktaufnahme mit Technologiekonzernen. Schreiben an Unternehmen wie Facebook oder Instagram seien in der Praxis weiter „unwirksam“, weil Antworten zu spät kämen. In vielen Verfahren fehlten dadurch ausreichende Beweise.
Die Behörde fordert deshalb eine stärkere Spezialisierung der Staatsanwälte auf neue Formen digitaler Kriminalität. Gerade kleinere Staatsanwaltschaften verfügten oft nicht über eigene technische Ressourcen.
Themen: Gerichtsprozesse · Politik
Quelle: Europa Press / Mallorca.com