Balearen starten Klima-Check mit 46 Mittelmeer-Fahrten
Veränderungen bei Temperatur, Sauerstoff und pH-Wert im Mittelmeer sollen sich künftig belastbarer bewerten lassen. Das Ozeanografische Zentrum der Balearen und das Zentrum in A Coruña haben dafür am 26. August gemeinsam mit Meeresinstituten aus Europa und den USA den Klima-Check Carimed gestartet. Die Datenbank bündelt Messungen aus 46 ozeanografischen Kampagnen zwischen 1976 und 2018.
Carimed ist die Abkürzung für „CARbon tracers and ancillary data In the MEDiterranean Sea“. Das Werkzeug führt hydrographische Messungen, Daten zu anorganischem Kohlenstoff und chemischen Tracern zusammen. Diese Tracer können das Alter und die Durchlüftung von Wassermassen rekonstruieren.
Daten aus dem gesamten Mittelmeer
Die 46 Kampagnen enthalten Beobachtungen aus der gesamten Wassersäule und aus allen Teilbecken des Mittelmeers. Ein erheblicher Teil der Daten stammt aus fragmentierten historischen Unterlagen oder lokalen Archiven und war zuvor nicht zugänglich.
Weitere Daten lieferten internationale Forschungsfahrten auf nationalen und internationalen Ozeanografieschiffen. An ihnen beteiligte sich auch Personal der Forschungsgruppe Inocen des Spanischen Instituts für Ozeanografie.
Kontrolle gegen Messfehler
Carimed nutzt eine speziell für das Mittelmeer entwickelte zweite Qualitätskontrolle, auf Englisch Secondary Quality Control oder 2QC. Sie soll systematische Verzerrungen bei biogeochemischen Werten verringern.
Nach Angaben der Forscherinnen berücksichtigt das Verfahren, dass sich Tiefenwasser im östlichen wie im westlichen Mittelmeer abrupt verändern kann. Dadurch soll der Datensatz in sich stimmiger werden und Trends des Klimawandels robuster abbilden.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com