Ibiza fordert: Strände selbst steuern, Andrang lenken
An Ibizas Stränden soll künftig zuerst gelten, was der jeweilige Ort verträgt – erst danach sollen Anreise und Nutzungen geregelt werden. Der Consell d’Eivissa hat diese Linie am 2. September vor dem Parlament der Balearen gefordert. Das geplante Küstengesetz, auf Spanisch Ley del Litoral, soll der Insel mehr Einfluss bei der Steuerung des Besucherandrangs geben.
Vizepräsident Mariano Juan sagte, Druck auf eine Insel lasse sich nicht mit einer einzelnen Maßnahme bekämpfen. Entscheidend sei, wie viele Menschen ein Ort tragen könne, wie sie anreisten und wie sie sich bewegten. Der Inselrat will damit seine Politik zur Steuerung von Besucherströmen auf die Strände und die Küste übertragen.
Weniger Fahrzeuge, mehr Fahrgäste
Nach Angaben des Consell kamen zwischen Mai und Juni rund 13 Prozent weniger Fahrzeuge auf die Insel. Das sind etwa 10.300 Fahrzeuge weniger. Gleichzeitig stieg die Zahl der Nutzer im öffentlichen Verkehr im August um 40 Prozent.
Auch Daten von Frontur nennt der Inselrat als Argument: Die Unterkunft außerhalb des regulierten Marktes ging im Juni und Juli zurück, während die Belegung im regulierten Markt stabil blieb.
Mehr Zuständigkeiten und Geld für die Insel
Nicht alle Strände auf Ibiza brauchten dieselbe Antwort, betonte Juan. Deshalb müsse das Küstengesetz die Rolle der Inselräte bei der Planung stärken. Bei saisonalen Dienstleistungen und Strandkiosken verlangte er einen Mittelweg: weder eine freie Hand an den Stränden noch ein grundsätzliches Verbot.
Mehr Kompetenzen müssten nach Ansicht des Consell mit einem wirksamen und ausreichend finanzierten Zuständigkeitstransfer verbunden sein. Die Finanzierung solle nicht nach Küstenkilometern berechnet werden, sondern nach der tatsächlichen Verwaltungsbelastung jeder Insel.
Themen: Meer & Küste · Politik
Quelle: Europa Press / Mallorca.com