mallorca-news

Balearenmeer stößt im Mittelmeer meistes Lachgas aus

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Das Balearenmeer gibt mehr Lachgas an die Atmosphäre ab als alle anderen im Mittelmeer untersuchten Gebiete. Den höchsten im Projekt gemessenen Ausstoß von Distickstoffmonoxid (N2O), meist Lachgas genannt, fanden Forscher im Januar 2024 in den Gewässern der Balearen.

Archivo - Mar balear
Europa Press

Der Spitzenwert fiel mit starkem Winterwind zusammen. Das berichten die Universität der Balearen, der Spanische Nationale Forschungsrat und das Mittelmeerinstitut für fortgeschrittene Studien.

Höchster Wert im Januar 2024

Die Forscher nahmen zwischen 2023 und 2024 monatlich Proben an acht Stationen im Mittelmeer. Neben Lachgas untersuchten sie auch Methan (CH4) sowie Temperatur, Salzgehalt, gelösten Sauerstoff, Chlorophyll und Nährstoffe.

Alle untersuchten Gebiete wirkten als natürliche Quelle für beide Gase und gaben sie an die Atmosphäre ab. Beim Lachgas zeigten die Daten im gesamten untersuchten Mittelmeer ein einheitliches Muster: Im Winter lagen die Konzentrationen höher, zudem bestand ein enger Zusammenhang mit der Wassertemperatur.

Palma, Ses Salines und Cabrera im Vergleich

Auf den Balearen lagen die Messstationen in Palma auf Mallorca, am Cap de Ses Salines auf Mallorca und auf Cabrera. Frühere Analysen zeigen zwischen diesen drei Stationen keine signifikanten Unterschiede – obwohl menschliche Aktivitäten in der Bucht von Palma möglicherweise Einfluss haben könnten.

Methan verhielt sich deutlich wechselhafter als Lachgas. Die höchsten Methan-Emissionen maßen die Teams im östlichen Mittelmeer, besonders im Levantinischen Meer. Einzelne hohe Werte führen sie dort auf mögliche lokale geologische Quellen am Meeresboden zurück.

Einheitliche Daten für das Mittelmeer

An dem Projekt beteiligten sich Forschungszentren aus Spanien, Marokko, Libanon und der Türkei. Die Teams vereinbarten vor Beginn der Kampagne gemeinsame Regeln für Probenahme, Lagerung und Analyse.

Alle Lachgas- und Methanmessungen wurden im Meeresforschungsinstitut in Vigo ausgewertet. Dadurch lassen sich die Daten der acht Stationen direkt vergleichen. Die offen verfügbaren Ergebnisse sollen künftig als Grundlage für Untersuchungen zum Mittelmeer und für Klimamodelle dienen.

Themen: Meer & Küste · Palma · Ses Salines

Quelle: Europa Press / Mallorca.com