Palma: Von 100 Euro Lohnkosten kommen nur 48 bis 56 an
Von 100 Euro zusätzlichen Lohnkosten kommen bei Beschäftigten netto nur 48 bis 56 Euro an. Das erklärt der mallorquinische Arbeitgeberverband Pimem am Donnerstag in Palma mit einer wachsenden Steuerlast bei Lohnerhöhungen.
Grundlage ist ein Bericht des Observatori de Pime de Catalunya, der mit Pimem geteilt wurde. Untersucht wurden reale Gehaltsabrechnungen aus Gastronomie, Metallbranche und Reinigung.
Mehr Lohn, aber ein großer Teil geht an Staat und Sozialkassen
Zwischen 44 und 52 Euro von je 100 Euro zusätzlichen Lohnkosten fließen laut Studie in Einkommensteuer und Sozialbeiträge. Damit ein Beschäftigter netto 100 Euro mehr erhält, müsse ein Unternehmen zwischen 180 und 210 Euro mehr aufwenden.
Die Studie beschreibt das als kalte Progression. Damit ist gemeint, dass Löhne wegen der Inflation steigen, während Steuerstufen, Freibeträge, Ermäßigungen und Abzüge bei der Einkommensteuer eingefroren bleiben. Dadurch zahlen Steuerpflichtige mehr Steuern, obwohl ihre Kaufkraft nicht gestiegen ist.
Beschäftigte verlieren trotz Inflationsausgleich Kaufkraft
Bei den neun untersuchten Beschäftigten stieg der effektive Einkommensteuersatz um 1,3 bis 3,2 Prozentpunkte. Das entspricht laut Bericht jährlich 278 bis 955 Euro mehr Einkommensteuer, obwohl sich die persönliche oder familiäre Situation nicht verändert habe.
Die Bruttolöhne der untersuchten Arbeitnehmer stiegen zwischen 2020 und 2025 um 22,1 Prozent und damit genauso stark wie die aufgelaufene Inflation. Netto verloren sie dennoch zwischen 2,8 und 4 Prozent ihrer Kaufkraft.
Um diesen Verlust auszugleichen, müssten Unternehmen die Löhne laut Pimem vier bis elf Prozentpunkte stärker als die Inflation anheben. Das bedeute Mehrkosten von 1.142 bis 3.315 Euro pro Arbeitnehmer und Jahr.
Pimem und der katalanische Arbeitgeberverband fordern deshalb eine regelmäßige und transparente Überprüfung der Einkommensteuer. Aus ihrer Sicht müssen sämtliche Parameter der Steuer angepasst werden, damit die Belastung nicht allein wegen ausbleibender Aktualisierungen weiter steigt.
Themen: Politik · Wirtschaft
Quelle: Europa Press / Mallorca.com