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Formentera: Staat verschwieg Risiko für Migrantenboote

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

198 Minderjährige sind zwischen Januar und August dieses Jahres auf Formentera angekommen. Der Inselrat wirft der Regierung vor, ein hohes Risiko für mehr Ankünfte von Migrantenbooten gekannt und die Inselverwaltungen darüber nicht informiert zu haben.

Archivo - El presidente del Consell de Formentera, Óscar Portas, ofrece declaraciones tras la reunión con la presidenta del Govern, Marga Prohens, y los consells de Mallorca, Menorca e Ibiza para abordar la situación migratoria en Baleares
Europa Press

Präsident Óscar Portas nennt das inakzeptabel. Formentera sei einer der wichtigsten Ankunftspunkte für irreguläre Migration auf den Balearen. Die Insel müsse Informationen erhalten, um Personal und andere Ressourcen vorbereiten zu können.

Formentera sieht sich ohne Vorwarnung unter Druck

Nach Angaben des Consell Insular de Formentera wurden 253 Ankommende zunächst als mögliche Minderjährige eingestuft. Bei 198 von ihnen bestätigte sich, dass sie jünger als 18 Jahre waren.

Damit kamen in den ersten acht Monaten dieses Jahres 75,2 Prozent mehr Minderjährige auf die Insel als im gesamten Jahr 2025. Besonders hoch war der Druck laut Inselrat im Juli und August: In diesen beiden Monaten erreichten 84 Minderjährige Formentera.

Der Inselrat verweist auf die geringe Größe der Insel, ihre Bevölkerung sowie begrenzte personelle, materielle und räumliche Kapazitäten. Portas hatte am Freitag die Senatorin Neus Massanet aufgefordert, die Kommunikationswege mit dem Staat zu verbessern.

Inselrat verlangt mehr Personal und Gesundheitsversorgung

Der Inselrat fordert direkte Informationen der Regierungsdelegation über die Zahl der Boote und Migranten, die auf Formentera ankommen. Eine Verwaltung, die Ressourcen aktivieren und die anschließende Betreuung übernehmen müsse, dürfe diese Daten nicht erst verspätet erhalten.

Zugleich verlangt die Institution mehr Personal sowie technische und sanitäre Mittel für die erste Versorgung der Menschen. Bereits bei der Ankunft sollen mögliche Krankheiten und andere gesundheitliche Bedürfnisse erkannt werden.

Themen: Migration · Politik

Quelle: Europa Press / Mallorca.com