Balearen fordern Berichte zu hohem Migrationsrisiko
Auf den Balearen sind in diesem Jahr rund 4.500 Menschen mit Pateras angekommen. Regierungschefin Marga Prohens fordert am Freitag in Palma von der spanischen Regierung Berichte über ein hohes Risiko massiver Ankünfte. Sie will zudem wissen, welche Mittel die Regierung bereits verstärkt hat.
Prohens kündigte ein Schreiben an Ministerpräsident Pedro Sánchez an. Es gehe um das Risiko von Situationen, die die Sicherheit der Inseln gefährden könnten. Die Regierungschefin wirft Madrid vor, sensible Informationen zur Sicherheit des Archipels zurückgehalten zu haben.
Vorwurf nach dem Treffen im Consolat de Mar
Besonders kritisiert Prohens ein Treffen mit Sánchez am 29. Juli im Consolat de Mar in Palma. Dort sei der balearischen Regierung nicht von dem Bericht berichtet worden. Sánchez habe damals gesagt, die Situation bei den Ankünften irregulärer Migranten an den Küsten werde sich verbessern, so Prohens.
Nach Angaben der Regierungschefin hatten auch der Minister für Präsidentschaft, Félix Bolaños, Innenminister Fernando Grande-Marlaska, der Regierungsdelegierte auf den Inseln, Alfonso Rodríguez, sowie die Staatssekretärinnen Rosario Sánchez und Aina Calvo die Information nicht weitergegeben.
Mehr Mittel und Frontex gefordert
Der Govern will nun alle offiziellen Wege nutzen, um die Berichte der Sicherheitskräfte und Nachrichtendienste anzufordern. Prohens erwartet, dass bei entsprechenden Warnungen außerordentliche Maßnahmen vorbereitet werden.
In den vergangenen fünf Jahren seien nahezu 25.000 Menschen mit Pateras auf dem Archipel angekommen, sagte sie. Prohens verlangt erneut einen speziellen Plan für die aus ihrer Sicht außergewöhnliche Lage, mehr Personal und Mittel zum Schutz der Seegrenzen sowie dauerhaft eingesetzte Mittel von Frontex an den Küsten.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com