Balearen: Über 65 Prozent verpassen das Mindesteinkommen
Auf den Balearen beantragen oder erhalten mehr als 65 Prozent der Haushalte mit Anspruch das spanische Mindesteinkommen nicht. Das geht aus einem Bericht der Fundación Civismo hervor, über den Europa Press am 14. Oktober 2026 aus Madrid berichtet. Auch Katalonien zählt demnach zu den Regionen mit einer Quote von mehr als 65 Prozent.
Viele Berechtigte bleiben außen vor
Spanienweit beantragten oder erhielten 2024 rund 55 Prozent der Haushalte mit möglichem Anspruch das grundlegende Mindesteinkommen nicht. Bei der ergänzenden Hilfe für Kinder blieben sogar 72 Prozent der berechtigten Haushalte außen vor. Der Bericht nennt mögliche Probleme bei der Abstimmung zwischen Sozialversicherung und regionalen Sozialdiensten sowie weitere administrative und soziale Faktoren.
Bericht sieht Hürde beim Weg in Arbeit
Die Fundación Civismo kritisiert auch eine „Falle der Inaktivität“: Wer das Mindesteinkommen bezieht, hat laut ihrer Analyse eine um 3 Prozentpunkte geringere Wahrscheinlichkeit zu arbeiten. Das entspricht einem relativen Rückgang um 12 Prozent. Für eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern nennt der Bericht einen garantierten Betrag von 1.394,45 Euro im Monat.
Zugleich schätzt der Bericht die Wirkung gegen schwere Armut als begrenzt ein: 2024 senkte das Mindesteinkommen die entsprechende Quote demnach um 9,5 Prozent. Die Fundación Civismo fordert eine Reform, damit sich Arbeit für Bezieher der Hilfe stets lohnt.
Themen: Soziales · Arbeitsmarkt
Quelle: Europa Press / Mallorca.com