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Römisches Wrack von Ses Fontanelles für National-Geographic-Preis nominiert

Das römische Wrack von Ses Fontanelles vor Playa de Palma auf Mallorca ist für die Premios +Historia von National Geographic Historia nominiert worden. Der Inselrat von Mallorca, der die Untersuchung des spätantiken Schiffs aus dem 4. Jahrhundert nach Christus leitet, teilte dies am 24. August mit.

Archivo - Pecio de Ses Fontanelles en el momento de su extracción del mar.
Europa Press

Das vor 1.700 Jahren gesunkene Schiff tritt in der Kategorie für die beste historische Entdeckung oder den besten Fund auf nationaler Ebene gegen vier weitere archäologische Funde an. Über die Gewinner entscheidet bis zum 12. Oktober eine öffentliche Abstimmung auf der Internetseite von National Geographic Historia.

Abstimmung gegen vier weitere Funde

Zu den weiteren Kandidaturen gehören eine funeräre epigrafische Sammlung aus Cádiz, das römische Heiligtum Cova de les Dones in Valencia sowie ein Fundkomplex mit prähistorischen Perlen aus Sevilla. Ebenfalls nominiert ist die Begräbnisstruktur des archäologischen Parks Alarcos in Ciudad Real.

Die Premios +Historia werden in ihrer dritten Ausgabe von National Geographic Historia vergeben. Sie zeichnen Projekte, Funde und Persönlichkeiten aus Geschichte und Archäologie in Spanien aus.

Bergung nach viermonatigem Einsatz

Der Inselrat von Mallorca schloss am 29. Juni die vollständige Bergung des Wracks ab. Der Einsatz hatte am 10. März begonnen und wurde gemeinsam mit der Universität der Balearen, der Universität Barcelona und der Universität Cádiz durchgeführt.

Rund 15 Personen zerlegten das Schiff fortlaufend von oben nach unten und von außen nach innen. Die beiden letzten und größten Teile des Rumpfbodens waren jeweils etwa zwölf Meter lang; sie wurden mit Auftriebsballons gehoben und auf dem Seeweg zum Club Marítimo San Antonio de la Playa gebracht.

Die geborgenen Holzteile lagern nun in Entsalzungsbecken im Castillo de San Carlos und sollen dort etwa eineinhalb Jahre unter Wasser bleiben. Anschließend werden sie im Labor ARQVAtec des Nationalen Museums für Unterwasserarchäologie in Cartagena mit Polyethylenglykol und Gefriertrocknung restauriert.

Bei der Ausgrabung wurden zudem nahezu vollständige Amphoren, verzierte Feinware, nordafrikanische Kochkeramik, Tierknochen, vier Anker und fast 90 Meter Seile geborgen. Zu den Funden zählen außerdem zwei vollständige Körbe aus Pflanzenfasern, eine Rolle, ein Lot und Reste von Leinen-Segeln. Ab November plant der Inselrat eine Ausstellung über das Wrack im Kulturzentrum La Misericòrdia.

Themen: Natur & Tiere · Kultur · Politik · Palma

Quelle: Europa Press / Mallorca.com