Zwei Opfer des Bürgerkriegs in Son Servera gefunden
Im kommunalen Friedhof von Son Servera auf Mallorca haben Ausgräber die Überreste von mindestens zwei Bürgerkriegsopfern gefunden. Die Männer könnten bei Kämpfen rund um die Gemeinde während der Schlacht um Mallorca ums Leben gekommen sein. Die Arbeiten gehören zum V. Plan de Fosas, dem fünften Plan zur Suche nach Gräbern.
An den Knochen lagen bereits abgefeuerte Langwaffenmunition, ein Sieben-Millimeter-Geschoss, zwei Abzeichen des militärischen Sanitätskorps und Reste von Militärkleidung. Nach Angaben der balearischen Regierung unterscheiden sich die Gräber auch durch ungewöhnliche Körperlagen oder Bestattungen ohne Sarg von anderen Beisetzungen.
Einer trug die Uniform eines Militärsanitäters
Der Techniker Cesc Busquets betont, dass es sich an der Fundstelle nicht um übliche Massengräber handelt. Einer der Toten war vollständig als Militärsanitäter gekleidet und trug eine Medaille. Für beide Männer sprechen die Fachleute von Milizionären mit Militärjacken und einem gewissen Rang.
Busquets schätzt ihr Alter auf 40 bis 50 Jahre. Sie könnten in einem Hinterhalt der Guardia Negra, bei Kämpfen während der Schlacht um Mallorca oder nach einem gescheiterten Fluchtversuch von der Insel gestorben sein. Schussverletzungen an den Knochen fanden die Experten bislang nicht, schließen eine tödliche Verletzung des Weichteilgewebes aber nicht aus.
Alte Friedhofspläne führen zu weiteren Gräbern
Bei Arbeiten im Frühjahr stießen die Teams am Eingang zunächst auf 40 ordentlich angelegte Einzelgräber mit Särgen. Die meisten Toten waren älter, die Bestattungen stammen überwiegend aus der Zeit ab den 1940er Jahren und gelten nicht als Opfer der Schlacht um Mallorca.
Alte Pläne aus dem Gemeindearchiv von Son Servera lenkten die Suche anschließend auf die obere Terrasse des Friedhofs. Dort dokumentierten die Fachleute mindestens 65 Bestattungen im Ostbereich, 63 im Westbereich und 13 in der zentralen Grünanlage.
Arbeiten sollen bis Jahresende enden
Ein Teil der gefundenen Bestattungen liegt unter einem Gehweg rund um die Grünflächen. Für die weiteren Ausgrabungen muss ein Abschnitt davon abgebaut werden.
Die Regierung will die Überreste anschließend untersuchen und, wenn möglich, identifizieren. Xesca Ramis, Generaldirektorin für institutionelle Beziehungen und Beziehungen zum Parlament, rechnet damit, dass die Arbeiten in Son Servera sowie weitere Einsätze in Artà und Palmanyola vor Jahresende abgeschlossen sein können. Danach soll die Identifizierung beginnen und die Opfer sollen an ihre Familien zurückgegeben werden.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com