PFAS-Belastung in Sencelles bei Staatsanwaltschaft angezeigt
Der Umweltverband GOB hat am 21. August bei der Staatsanwaltschaft der Balearen Anzeige wegen der PFAS-Belastung im Trinkwassernetz von Son Saletes in Sencelles auf Mallorca erstattet. Die Organisation fordert Ermittlungen zur Herkunft der synthetischen Chemikalien und zu möglichen Verantwortlichkeiten.
Das Rathaus hatte das Wasser im Juli nach dem Nachweis von Konzentrationen über den zulässigen Werten für nicht zum menschlichen Verzehr geeignet erklärt. Betroffene dürfen es unter anderem nicht zum Trinken, Kochen, zur Zubereitung von Lebensmitteln oder Babynahrung sowie zum Waschen von Obst und Gemüse verwenden.
Verdacht auf Zusammenhang mit industriellen Einleitungen
Nach Angaben des GOB reichen Beschwerden, Analysen und Mobilisierungen wegen Einleitungen in den Torrente de Solleric mindestens bis 2001 zurück. Im Fokus steht eine industrielle Wäscherei flussaufwärts des betroffenen Gebiets, deren Einleitungen über Jahre genehmigt worden seien und wiederholt wegen möglicher Verschmutzung angezeigt worden seien.
Der Verband sieht einen Zusammenhang zwischen den aktuellen PFAS-Werten und den Einleitungen nicht als nachgewiesen an. Die vorhandenen Hinweise seien jedoch aus seiner Sicht zu gewichtig, um sie nicht zu untersuchen.
Unterlagen zu Kontrollen und Wasseranalysen gefordert
Die Anzeige verlangt, dass die Staatsanwaltschaft Genehmigungs-, Kontroll- und Inspektionsakten der Wäscherei sowie Anzeigen und Analysen anfordert. Auch die vollständigen Untersuchungen, die zur Erklärung des Wassers als nicht geeignet führten, sollen vorgelegt werden.
Untersucht werden soll zudem, welche Maßnahmen die zuständigen Behörden über die Jahre getroffen haben. Laut GOB lagen Beschwerden, Analysen, kommunale Eingriffe, Hinweise von Anwohnern und Umweltverbänden sowie Verfahren der Wasserbehörden vor.
PFAS gelten als langlebige Schadstoffe
PFAS sind persistente Schadstoffe. Die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation stuft PFOA als krebserregend für Menschen und PFOS als möglicherweise krebserregend ein.
Der GOB macht in seiner Anzeige keine konkreten Gesundheitsfolgen für einzelne Personen geltend. Die Organisation bewertet es jedoch als nicht hinnehmbar, die Belastung zu verharmlosen, nachdem ein Teil der Bevölkerung das Wasser nicht mehr normal nutzen kann.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com