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PISA-Absturz: Spaniens Schüler verlieren in allen Fächern

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Spaniens 15-Jährige erreichen im PISA-Test 2025 in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften historische Tiefstände. Am 8. September verteidigte das Bildungsministerium in Madrid das Bildungsgesetz LOMLOE, auch „Ley Celaá“ genannt: Für den Absturz sei das Gesetz nicht verantwortlich. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sieht stattdessen Hinweise auf einen breiteren Effekt durch die zunehmende Nutzung digitaler Geräte.

Archivo - Pasillo en el interior de un colegio
Europa Press

In Lesen erzielte Spanien 451 Punkte. Das sind 23 Punkte weniger als 2022 und sogar 10 Punkte weniger als beim bisherigen Tiefstand von 2006. Damit liegen spanische Schüler laut Studie ein halbes Schuljahr hinter dem OECD-Durchschnitt.

Auch in Mathematik fiel der Wert von 473 Punkten im Jahr 2022 auf 457 Punkte. In Naturwissenschaften erreichten die Schüler 477 Punkte – acht weniger als 2022 und sechs weniger als beim bisherigen Tiefstand von 2018.

OECD sieht Bildschirmzeit als wichtigen Hinweis

Der OECD-Analyst Tue Halgreen warnt davor, Spaniens Zahlen isoliert zu betrachten. Ähnliche Kurven gebe es in anderen Ländern, auch wenn diese andere politische Entscheidungen getroffen hätten. Der Rückgang falle zeitlich mit der Einführung und Verbreitung von Technologien zusammen.

Besonders deutlich sei der Einbruch bei langen Texten. Die OECD beobachtet mehr hastiges Lesen: Wer zu schnell lese, erfasse nicht den gesamten Inhalt. Für die Nutzung digitaler Geräte in der Freizeit gelte laut Halgreen: Je mehr Zeit dafür aufgewendet werde, desto niedriger sei die Leistung. Wo Bildschirme weniger genutzt würden, seien die Ergebnisse tendenziell besser.

Das Ministerium betont zugleich, die LOMLOE setze auf kompetenzorientierten Unterricht und Leseverständnis. Es kündigte an, aus den Daten Verbesserungen für die öffentliche Bildungspolitik abzuleiten. Das Thema solle bei der nächsten sektoralen Konferenz beraten werden.

Kataloniens Daten bleiben außerhalb des Vergleichs

Die OECD nimmt die Daten aus Katalonien nicht in ihre internationalen Berichte auf. Grund ist eine besonders hohe Ausschlussquote von 23 Prozent. Das spanische Ministerium veröffentlichte die Werte dennoch getrennt von denen der übrigen Regionen.

Dabei weist es ausdrücklich darauf hin, dass die getestete Schülergruppe nicht repräsentativ für alle Schüler in Katalonien ist. Ein Vergleich mit anderen Regionen oder früheren PISA-Ausgaben ist deshalb nicht möglich.

Themen: Bildung · Politik

Quelle: Europa Press / Mallorca.com