Spaniens PISA-Tief: OECD sieht Bildschirme als Faktor
Spaniens 15-Jährige erzielen im PISA-Test 2025 in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften die schlechtesten Werte ihrer bisherigen PISA-Geschichte. In Madrid machten das Bildungsministerium und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am 8. September unterschiedliche Schwerpunkte aus. Die OECD sieht Bildschirme und veränderte Lesegewohnheiten als wichtige Faktoren für den Rückgang.
Im Lesen liegen spanische Schüler nach den PISA-Ergebnissen ein halbes Schuljahr hinter dem OECD-Durchschnitt. Das Ministerium weist zugleich zurück, dass die Bildungsreform LOMLOE, oft Gesetz Celaá genannt, für die Ergebnisse verantwortlich sei. Die Reform war Ende 2020 beschlossen worden.
Lange Texte treffen Schüler besonders
Laut OECD fällt der Rückgang bei langen Texten besonders stark aus. Die Organisation beobachtet, dass Schüler zunehmend hastig lesen und dadurch nicht den gesamten Inhalt erfassen.
Der OECD-Analyst Tue Halgreen verweist auf die technologische Entwicklung der vergangenen zehn Jahre. Wer digitale Geräte in der Freizeit nutzt, erzielt demnach bei längerer Nutzungszeit schlechtere Leistungen. In Ländern mit weniger Bildschirmnutzung fielen die Ergebnisse tendenziell besser aus. Halgreen betont aber, die Entwicklung betreffe viele Länder und sei nicht allein durch die Politik eines einzelnen Staates zu erklären.
Ministerium setzt auf besseres Lesen
Bildungsministerin Milagros Tolón sieht mangelndes Leseverständnis als Grundlage weiterer Probleme: Wer einen Text nicht versteht, könne auch eine Mathematikaufgabe schwer lösen. Sie verbindet dies mit oberflächlichem Lesen kurzer digitaler Nachrichten und fordert weitere Arbeit am verstehenden Lesen.
Staatssekretär Abelardo de la Rosa kündigt an, die Ergebnisse in der nächsten Bildungskonferenz zu behandeln. Das Ministerium verweist auf laufende Maßnahmen für Lesen und Mathematik und erwartet dadurch bessere Resultate.
Für Katalonien führt Spanien eigene Daten auf, obwohl die OECD diese wegen einer besonders hohen Ausschlussquote von 23 Prozent nicht in internationale Vergleiche einbezieht. Die getestete Schülergruppe gilt dort nicht als repräsentativ für alle Schüler der Region.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com