PISA: Wohlhabende Schüler verlieren 33 Punkte beim Lesen
In Spanien fallen die PISA-Ergebnisse von Schülern aus dem sozioökonomisch stärksten Viertel besonders stark. Beim Lesen verlieren sie gegenüber 2022 33 Punkte, während Schüler aus dem schwächsten Viertel 15,1 Punkte einbüßen. Das geht aus dem Bericht PISA 2025 hervor.
Auch in Mathematik und Naturwissenschaften trifft der Rückgang die Gruppe mit dem höchsten sozioökonomischen und kulturellen Index (ISEC) stärker. In Mathematik sinken ihre Ergebnisse um 24,2 Punkte, bei den benachteiligsten Schülern um 10,5 Punkte. In Naturwissenschaften beträgt das Minus 12,6 beziehungsweise 4,5 Punkte.
Spanien verliert stärker als der OECD-Durchschnitt
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sieht auch international die größten Leistungseinbußen im obersten ISEC-Viertel. In Spanien fällt der Rückgang laut Bericht aber deutlich stärker aus als im OECD-Durchschnitt – besonders beim Lesen und in Mathematik.
Beim Lesen verschlechtern sich die Leistungen in Spanien in allen sozialen Gruppen. In den Naturwissenschaften zeigt sich im OECD-Durchschnitt bei Schülern mit niedrigem und mittlerem sozioökonomischem Niveau teils sogar eine Verbesserung. Spanien verzeichnet dagegen einen weit verbreiteten Rückgang, mit einer leichten Ausnahme beim dritten ISEC-Viertel in Naturwissenschaften.
13 Prozent der benachteiligten Schüler erreichen die Spitze
Der Bericht nennt zugleich ein gegenteiliges Ergebnis: 13 Prozent der Schüler aus dem untersten ISEC-Viertel in Spanien erreichen in Naturwissenschaften das oberste Leistungsviertel. PISA bewertet sie als akademisch resilient, weil sie trotz eines schwierigen sozioökonomischen Umfelds besonders gute Ergebnisse erzielen.
Im OECD-Durchschnitt schaffen das 12 Prozent der benachteiligten Schüler. Der soziale Hintergrund beeinflusst die Bildungsergebnisse damit weiter stark, entscheidet aber nicht allein über Spitzenleistungen.
Auch bei der Schulart spielt der ISEC eine große Rolle. Ohne Berücksichtigung des sozialen Hintergrunds schneiden Schüler privater Schulen in Naturwissenschaften besser ab. Werden der ISEC der Schüler und der Schule einbezogen, dreht sich der Unterschied in Spanien zugunsten öffentlicher Schulen um.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com