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Reisebüros greifen Staatsaufträge in Madrid an

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Reisebüros wollen öffentliche Ausschreibungen künftig schärfer kontrollieren und bei Bedarf gegen sie vorgehen. Das beschloss der neue Exekutivausschuss des spanischen Reisebüroverbands CEAV am 11. September 2026 in Madrid. Präsident José Manuel Lastra will damit Entscheidungen von Behörden stärker verfolgen, die das Geschäft der Branche direkt betreffen.

José Manuel Lastra, nuevo presidente de CEAV
Europa Press

Der Beschluss fiel in der ersten Sitzung des neuen Ausschusses nach den Wahlen vom 3. September. CEAV will die Bedingungen einzelner Ausschreibungen analysieren und eingreifen, wenn sie aus Sicht des Verbands keine angemessenen Marktbedingungen für Reisebüros bieten.

CORA-Vertrag im Visier

Als Beispiel verweist CEAV auf einen bereits eingereichten vergaberechtlichen Einspruch gegen die Unterlagen für den neuen CORA-Vertrag. Dabei handelt es sich um den zentralisierten Vertrag der spanischen Staatsverwaltung für Reisebüro-Dienstleistungen.

Der Verband kritisiert vor allem die Aufteilung in Lose sowie ein Bewertungskriterium für Rabatte auf die Abrechnung bestimmter Flugleistungen. Nach Ansicht von CEAV ist die Gestaltung der Lose nicht ausreichend begründet. Das betrifft besonders die wirtschaftlichen Voraussetzungen für den Zugang zu einigen Losen.

Streit um Referenztarif

Bei Flugleistungen bemängelt CEAV zudem, dass die sogenannte öffentliche Referenztarif nicht präzise definiert sei. Auf diesen Tarif sollen laut Ausschreibungsunterlagen die vorgesehenen Rabatte angewendet werden.

Lastra betonte, die öffentliche Auftragsvergabe bewege ein bedeutendes Geschäftsvolumen. Ausschreibungen müssten deshalb die Realität einer Branche berücksichtigen, in der Unternehmen unterschiedlicher Größe und Spezialisierung arbeiten.

Themen: Politik · Wirtschaft

Quelle: Europa Press / Mallorca.com