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Balearen starten Schutzplan für flache Buchten

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Flache Buchten, Lagunen und geschützte Küstengewässer der Balearen sollen besser geschützt werden, ohne traditionelle Nutzungen unnötig einzuschränken. Die Landesregierung hat am Donnerstag die öffentliche Auslegung eines Schutzplans für flache Meereszonen gestartet. Er soll den Zustand dieser Ökosysteme erfassen und Maßnahmen für ihren Schutz und ihre Wiederherstellung vorbereiten.

Un barco en una zona marina somera de Baleares.
Europa Press

Flache Meereszonen sind geschützte Gebiete mit wenig tiefem Salz- oder Brackwasser. Dazu zählen Buchten, halb geschlossene Lagunen, Hafenbereiche und Seegrasriffe. Sie bieten seltenen und spezialisierten Arten Lebensraum und sind für viele andere Arten in ihrer Jugendphase wichtig.

Inventar und Schutzmaßnahmen geplant

Der Entwurf enthält zunächst ein vorläufiges Verzeichnis der flachen Meereszonen auf allen Inseln. Dieses Inventar soll mit verfügbaren Daten ergänzt werden. Erfasst werden sollen unter anderem vorhandene Schutzgebiete, wichtige Lebensgemeinschaften, der Erhaltungszustand sowie Nutzungen und Belastungen.

Besondere Aufmerksamkeit erhalten die Seegraswiesen Cymodocea nodosa und Zostera noltii. Nach Angaben der Regierung sind sie wichtig für die ökologische Funktion, die Artenvielfalt und die Leistungen, die Buchten und flache Gewässer erbringen.

Der Plan umfasst sechs Aktionslinien. Vorgesehen sind eine beratende Kommission, bessere Kartierung und regelmäßige Kontrollen der ökologischen Bedingungen. Außerdem sollen Gebiete für erste Maßnahmen ausgewählt werden. Priorität erhalten Flächen, die bereits geschützt sind, gut untersucht wurden oder lokale Schutzinitiativen haben.

Ankerplätze und Fahrtempo im Blick

Bei der Bewirtschaftung nennt der Entwurf konkrete mögliche Maßnahmen: Das Tempo von Booten in flachen Gewässern könnte geregelt, bestehende Ankerplätze überprüft und reguliert werden. Neue nautische Infrastruktur in sensiblen Zonen soll begrenzt werden. Wo es technisch möglich ist, sieht der Plan auch die ökologische Wiederherstellung betroffener Lebensgemeinschaften vor.

Die Regierung will den Schutz nach eigenen Angaben mit traditionellen nautischen und fiskereilichen Nutzungen verbinden. In der beratenden Kommission sollen Verwaltung, Fischerei- und Nautiksektor, Häfen, Wissenschaft, Naturschutzverbände sowie Fachleute zusammenarbeiten. Die Maßnahmen sollen an die soziale und wirtschaftliche Realität der Balearen angepasst werden.

Themen: Natur & Tiere · Meer & Küste · Landwirtschaft · Politik · Pollença

Quelle: Europa Press / Mallorca.com