Palma: KI warnt vor Sepsis, weniger auf Intensivstation
Bei Sepsis-Patienten am Hospital Universitario Son Llàtzer in Palma sank der Anteil der Intensivaufnahmen von 34,4 auf 30,4 Prozent. Eine Künstliche Intelligenz warnt dort bis zu 24 Stunden vor dem Risiko einer Sepsis. Das zeigt eine Studie mit Daten von 8.039 Patienten.
Das System BIAlert Sepsis kam nach einem herkömmlichen Warnsystem zum Einsatz, das auf klinischen Regeln basierte. Die Forscher verglichen die Zeit vor und nach der Einführung der KI. Neben den vier Prozentpunkten weniger Intensivaufnahmen verkürzte sich auch der Krankenhausaufenthalt im Schnitt um fast einen Tag pro Patient.
Warnung alle 30 Minuten
BIAlert Sepsis wertet in Echtzeit mehr als 70 klinische Angaben aus der elektronischen Patientenakte aus. Dazu gehören Laborwerte, Vitalwerte, demografische Angaben und weitere relevante Daten. Das System aktualisiert die Informationen alle 30 Minuten und schätzt daraus das Sepsis-Risiko für die folgenden 24 Stunden.
Bei hohem Risiko erscheint eine Warnung in den Systemen, mit denen das medizinische Personal ohnehin arbeitet. Die Anwendung zeigt auch, welche Patientendaten den Alarm ausgelöst haben. Ärzte können dadurch die Warnung einordnen, den Patienten untersuchen und über Tests, Überwachung oder Behandlung entscheiden.
KI ersetzt keine Ärzte
Die Auswertung umfasst Patienten mit Sepsis, die zwischen Januar 2011 und Juni 2024 in Son Llàtzer behandelt wurden. Veröffentlicht wurde sie in der Fachzeitschrift „PLOS Global Public Health“.
Der Leiter der Multidisziplinären Sepsis-Einheit des Krankenhauses, Marcio Borges, betont: Wer das Risiko früh erkenne, könne Patienten früher beurteilen und Entscheidungen treffen, bevor sich ihr Zustand verschlechtere. Die KI trifft dabei keine medizinischen Entscheidungen selbst. Ein Fachmann untersucht weiterhin den Patienten und entscheidet über das weitere Vorgehen.
Themen: Gerichtsprozesse · Gesundheit
Quelle: Europa Press / Mallorca.com