Palma schätzt 400 Opfer sexueller Ausbeutung
In Palma leben nach Schätzung der Stadt rund 400 Menschen, die Opfer von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung sind. Das entspreche 40 Prozent der Menschen, die in der Stadt der Prostitution nachgehen. Die Zahlen stellte die Gleichstellungseinheit des Rathauses am 18. September 2026 vor.
Viele Fälle ohne Anzeige
Nach Angaben der Stadt sind 98 Prozent der geschätzten Opfer Frauen und 2 Prozent Männer. In einer genaueren Aufschlüsselung nennt die Stadt 92 Prozent Frauen, 6 Prozent trans Frauen und 2 Prozent Männer.
79 Prozent der Fälle zählt die Stadt über Hinweise. Viele Betroffene erstatteten keine Anzeige, erklärte die Soziologin Lourdes de la Cruz von der Gleichstellungseinheit. Das häufigste Profil sei eine Frau zwischen 25 und 44 Jahren mit mittlerer oder höherer Schulbildung aus einem hispanoamerikanischen Land.
Internet macht Kontrolle weniger sichtbar
De la Cruz warnt, Pornografie und Plattformen mit Erwachseneninhalten schafften bei jungen Menschen und Jugendlichen ein Bild, das sie mit Menschen in der Prostitution nachahmen wollten.
Digitalisierung, Internet und soziale Netzwerke erleichterten zudem Anwerbung, Vermittlung und das Anbieten von Dienstleistungen. Dadurch seien die Kontrollmechanismen diffuser und weniger sichtbar, so die Soziologin.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com