Solidarische Testamente: Plus 46 Prozent in fünf Jahren
Immer mehr Menschen bestimmen in ihrem Testament, dass eine Nichtregierungsorganisation einen Teil ihres Vermögens erhält. In Madrid meldet die Plattform Haz Testamento Solidario am 12. September ein Plus von 46 Prozent bei diesen solidarischen Testamenten binnen fünf Jahren. Die Plattform vereint 28 gemeinnützige Organisationen aus Bereichen wie humanitäre Hilfe, Kindheit, Gesundheit, Umwelt und Menschenrechte.
Ein solidarisches Testament bedeutet, einer Nichtregierungsorganisation Vermögen oder einen Teil davon zu vermachen. Das kann laut Plattform ein konkreter Betrag, ein Gegenstand oder ein Anteil am Erbe sein. Die Organisationen seien von der Erbschaftsteuer befreit, sodass das gesamte Vermächtnis dem gewählten Zweck zugutekomme.
Anfragen steigen auf das Siebenfache
Auch das Interesse nimmt deutlich zu. 2021 gingen bei der Plattform 1.282 Informationsanfragen ein, 2025 waren es 8.766 – rund siebenmal so viele. 66 Prozent der Menschen, die 2025 ein solidarisches Testament errichteten, waren Frauen.
Anlässlich des Tages des Solidarischen Testaments am Sonntag organisiert die Plattform die kostenlose Informationsveranstaltung „Dein Testament zählt und sagt viel über dich aus“. Das Treffen findet am Montag, 21. September, im CaixaForum Madrid statt und informiert über die Funktionsweise sowie die rechtlichen und sozialen Vorteile dieser Testamentsform.
Millionen für Projekte in 52 Ländern
Manos Unidas erhielt 2025 nach eigenen Angaben 10.378.463 Euro aus Erbschaften und Vermächtnissen. Das entsprach 20,9 Prozent der Einnahmen der katholischen Nichtregierungsorganisation. Mit diesen Mitteln genehmigte sie 531 neue Projekte in 52 Ländern, investierte mehr als 41 Millionen Euro und unterstützte mehr als 1.043.000 Menschen in Afrika, Amerika und Asien.
Ein Vermächtnis von 68.778 Euro unterstützte in der Sierra de Zongolica in Mexiko indigene Frauen dabei, selbstständiger zu leben und ihre Rechte geltend zu machen. Misiones Salesianas meldet für 2025 zudem 2,4 Millionen Euro aus Erbschaften und Vermächtnissen bei Gesamteinnahmen von 15,7 Millionen Euro. In Tijuana in Mexiko begleitet das Colegio Salesiano Don Bosco dank solcher Mittel 120 Kinder und Jugendliche, viele von ihnen Migranten oder Schutzsuchende.
Quelle: Europa Press / Mallorca.com