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Spanien droht mit Blockade neuer EU-Sprachen

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Spanien will neue Amtssprachen der Europäischen Union bei künftigen Erweiterungen nicht akzeptieren, solange Katalanisch, Baskisch und Galicisch nicht selbst EU-Amtssprachen sind. Das Außenministerium verschärft damit am 5. September in Madrid und Brüssel den Ton im Streit um die drei spanischen Regionalsprachen. Spanien hat beantragt, das Thema „Amtssprachen und Erweiterung“ beim nächsten Rat für Allgemeine Angelegenheiten anzusprechen.

Archivo - El presidente del Gobierno, Pedro Sánchez (i) y el ministro de Asuntos Exteriores, Unión Europea y Cooperación, José Manuel Albares (d)
Europa Press

„Für Spanien ist es nicht möglich, neue Amtssprachen zu akzeptieren, wenn nicht zuvor die Amtlichkeit des Katalanischen, Baskischen und Galicischen beschlossen wurde“, erklärten Quellen aus dem Außenministerium. Zugleich betont die Regierung, dass sie den Erweiterungsprozess der EU weiterhin entschieden unterstützt.

Einstimmigkeit bleibt die Hürde

Spanien hatte die offizielle Anerkennung der drei Sprachen im August 2023 beantragt. Dafür braucht das Land die Zustimmung aller 27 EU-Staaten. Diese Einigkeit gibt es bislang nicht.

Bei einem Anlauf im Juli 2025 lehnten rund zehn Partner den Vorschlag ab, angeführt von Deutschland. Auch nach einem Treffen von Außenminister José Manuel Albares mit seinem deutschen Amtskollegen im Mai hielt das deutsche Außenministerium an seinen Zweifeln fest.

Nächster Termin am 22. September

Am 22. September kann die spanische Regierung ihre Position erneut vortragen. Eine grundlegende Debatte über das Thema wird bei dem Treffen jedoch nicht erwartet. Es ist das erste Mal seit Juli 2025, dass die Anerkennung von Katalanisch, Baskisch und Galicisch wieder auf die Tagesordnung kommt.

Um Vorbehalte auszuräumen, hat Spanien angeboten, die zusätzlichen Kosten selbst zu tragen. Die Europäische Kommission beziffert diese unter Verweis auf das Irische auf rund 132 Millionen Euro jährlich. Zudem schlug die Regierung vor, die drei Sprachen ab 2027 zunächst nur teilweise einzuführen: Übersetzt würden dann lediglich Verordnungen des Rates und des Europäischen Parlaments. Das entspräche nach spanischen Angaben 3 Prozent aller Rechtsakte in der vergangenen Legislaturperiode.

Themen: Politik

Quelle: Europa Press / Mallorca.com