Balearen-Parlament fordert Stopp neuer Ferienwohnungen
Neue Ferienwohnungen soll es auf den Balearen nicht mehr geben. Das Parlament in Palma fordert zudem, dass Wohnraum stärker Menschen mit Wohnsitz auf den Inseln zugutekommt. Am 9. September nahm es eine Motion von MÉS per Mallorca zur Tourismuspolitik nur teilweise an.
Wohnen soll vorrangig Residenten dienen
Die Motion verlangt Maßnahmen, damit Immobilien für die ansässige Bevölkerung bestimmt sind. Als mögliches Kriterium nennt sie eine Mindestzahl von Jahren mit Wohnsitz auf den Balearen, um eine Wohnung kaufen zu können.
Außerdem fordert das Parlament eine Begrenzung der Tourismusplätze und ein Verbot neuer Ferienwohnungen. Es bekräftigt das Recht, im eigenen Gebiet zu leben, und erkennt die Bürgerproteste gegen die touristische Überlastung als legitim an. Den Begriff „Tourismusphobie“ lehnt die Motion ab, weil er demokratische Forderungen delegitimieren könne.
Weniger Tourismuswerbung und keine neuen Flugrouten
Die spanische Regierung soll keine Tourismuswerbung für die Balearen betreiben. Das Parlament spricht sich außerdem gegen Ausbau- und Umstrukturierungsprojekte an den Flughäfen der Inseln aus. Die Motion kritisiert, diese Projekte zielten auf mehr Flüge und höhere Gewinne für Aena, während die Probleme auf den Inseln zunähmen.
Die balearische Regierung soll sich nach dem Willen des Parlaments nicht an Verhandlungen oder Werbeaktionen für neue touristische Flugrouten beteiligen und sie auch nicht finanzieren, wenn sie nicht auf die Bedürfnisse der Residenten ausgerichtet sind.
Geld aus Touristensteuer auch für Wasser und Umwelt
Mindestens 25 Prozent der nachhaltigen Touristensteuer ITS sollen nach dem Beschluss in wirtschaftliche Diversifizierung, Gebietsschutz, Umwelterhalt und Energiewende fließen. Das Geld soll auch in Infrastruktur für den Wasserkreislauf investiert werden, um den touristisch bedingten Wasserverbrauch auszugleichen und zu verringern.
Die Motion fordert zudem mehr Mittel für Inselräte und Gemeinden im Kampf gegen illegale Angebote und unerlaubte Geschäftspraktiken. Nicht durchgesetzt haben sich unter anderem Forderungen nach einer schrittweisen Verringerung des Tourismusangebots, höheren Abgaben für große Wasserverbraucher und einer Steuer für Mietwagen. PP, Vox und die fraktionslosen Abgeordneten lehnten diese Punkte ab.
Themen: Wohnen & Immobilien · Umwelt · Tourismus · Politik
Quelle: Europa Press / Mallorca.com