Menorca: CCOO warnt vor teureren Flügen ohne Aena
Flugtickets für Bewohner könnten teurer werden, wenn Aena zerschlagen wird. Davor warnt Ramón Carreras, der Balearen-Vertreter der Gewerkschaft CCOO im Aena-Konzern, am Freitag auf Menorca.
Carreras widerspricht damit Més per Menorca und der Balearen-Regierung, die ein Gesetz zur Mitverwaltung der Flughäfen verteidigen. Die Zentralregierung hat ihr Veto gegen das Gesetz zurückgezogen, sodass das Parlament darüber beraten kann.
CCOO sieht höhere Gebühren als Folge
Aena koste die öffentliche Hand „keinen Cent“, sagt Carreras. Der Flughafenbetreiber finanziere sich über Flughafengebühren sowie über Einnahmen von Firmen, die an den Airports gewerblich tätig sind.
Eine Aufspaltung würde die Verwaltung nach seiner Einschätzung teurer machen und zusätzliche Probleme schaffen. Aena würde Geld verlieren, die Gebühren müssten steigen. Die erste Folge seien teurere Flugtickets für Bewohner.
Slots entscheidet nicht Aena allein
Auch mehr Einfluss auf die Zahl der Flüge verspricht das Gesetz nach Ansicht von Carreras nicht. Die Start- und Landefenster, die sogenannten Slots, legt die Spanische Vereinigung für die Koordinierung und Erleichterung von Zeitfenstern fest. Maßgeblich sind die von jedem Flughafen angegebene Kapazität und die historischen Rechte der Fluggesellschaften.
Carreras hält Aena als weltweit größten Flughafenbetreiber für verhandlungsstärker als eine regionale Stelle. Die Anbindung werde durch die geplante Regelung nicht besser, sagt er.
Die touristische Überlastung führt Carreras ebenfalls nicht auf Aena zurück. Er verweist auf Ibiza mit 9,13 Millionen Passagieren im Jahr 2025 und Menorca mit 4,21 Millionen Passagieren im selben Jahr. Beide Inseln seien bei der Fläche ähnlich, hätten sich wirtschaftlich aber sehr unterschiedlich entwickelt.
Statt Aena die Schuld zu geben, fordert Carreras die Rücknahme der Privatisierung von 49 Prozent im Jahr 2015, mehr Personal und neue Infrastruktur. Für den Flughafen Menorca nennt er unter anderem einen Kontrollturm. Gegen touristische Überlastung seien aus seiner Sicht Regeln für Ferienvermietungen, Eingriffe in den Wohnungsmarkt, weniger Fahrzeuge und eine nachhaltigere Wirtschaft nötig. Dafür seien vor allem die autonome Gemeinschaft und die Gemeinden zuständig.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com