Prohens sieht Tourismus-Wende, Opposition warnt vor Rekord
Im Parlament in Palma auf Mallorca stritten Regierung und Opposition am 9. September 2026 über den Tourismus auf den Balearen. Regierungschefin Marga Prohens sieht einen „Trendwechsel“. Die Opposition hält dagegen: Es kämen weiter mehr Gäste, während Wohnen und Lebenshaltung teurer würden.
Prohens erklärte, das Wachstum bei den Touristenzahlen konzentriere sich auf die mittlere und niedrige Saison. In der Hochsaison habe sich dagegen ein Muster der „Zurückhaltung“ etabliert. Zugleich steige der Aufwand pro Tourist. Das passe zum Ziel ihrer Regierung, beim Tourismus „an Wert und nicht an Volumen“ zu wachsen.
Streit um Gästezahlen und Wohnungen
Lluís Apesteguia von MÉS per Mallorca verwies auf einen Zuwachs von 1,8 Prozent bei internationalen Touristen. Die Balearen steuerten damit auf einen neuen Rekord von 20 Millionen Touristen im Jahr 2026 zu, sagte er. Seit dem Jahr 2000 kämen mehr Touristen, Wohnungen seien teurer und Familien hätten größere Schwierigkeiten, bis zum Monatsende auszukommen.
Apesteguia forderte von Prohens, die Forderungen nach einem Rückgang des Tourismus statt bloßer Begrenzung ernst zu nehmen. Prohens räumte sozialen Unmut ein und sagte, die Balearen hätten „die Grenze erreicht“. Sie verwies auf begrenztes Wachstum bei neuen Touristenplätzen, das Verbot neuer Ferienwohnungen in Mehrfamilienhäusern und Sanktionen gegen illegale Ferienvermietung.
Neue Flugverbindungen bleiben Streitpunkt
Der Sozialist Iago Negueruela warf Prohens vor, die Proteste gegen Überfüllung nicht zu hören. Er kritisierte unter anderem, dass die Regierung die Steuer für nachhaltigen Tourismus nicht erhöhe und keine Abgaben für Mietwagen oder große Wasserverbraucher einführe.
Negueruela führte auch neue Flugverbindungen nach Kanada, in die USA und nach Abu Dhabi als Beleg dafür an, dass weiter mehr Menschen auf die Inseln kämen. Prohens kritisierte anschließend Aena: Der Flughafenbetreiber behandle die Flughäfen der Balearen wie eine „Einnahmequelle“ und treibe Erweiterungen auf Ibiza und Menorca „durch die Hintertür“ voran. Sie verwies zudem auf Aenas Warnung vor wirtschaftlichen Nachteilen, falls der Flugverkehr nicht weiter wachse.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com