Balearen fechten Transfer von zwei Migrantenkindern an
Zwei unbegleitete ausländische Minderjährige sollen von den Kanarischen Inseln und aus Melilla auf die Balearen verlegt werden. Die Regionalregierung will dagegen rechtlich vorgehen. Der Consell de Govern gab der Anwaltschaft der Balearen am Freitag in Palma auf Mallorca grünes Licht für Rechtsmittel.
Betroffen sind zwei Entscheidungen der Regierungsdelegationen auf den Kanarischen Inseln und in Melilla. Sie stammen vom 15. Juli und 20. August und ordnen jeweils die Verlegung eines Minderjährigen auf die Inseln an.
Regierung sieht Interessen der Minderjährigen gefährdet
Nach Auffassung der Balearen berücksichtigen die Entscheidungen das Wohl der Minderjährigen nicht ausreichend und begründen die Wahl der Inseln als Zielregion nicht. Zuvor sei auch keine Rückführung über eine Familienzusammenführung geprüft worden.
In einem der beiden Fälle sei die als schützend bezeichnete Familie, bei der der Minderjährige lebte, auffindbar. Zwischen ihr und dem Jugendlichen bestehe ein positives emotionales Verhältnis. Welche der beiden Verlegungen betroffen ist, teilte die Regierung nicht mit.
Die Regionalregierung kritisiert zudem, dass die Zuweisung offenbar automatisch durch eine Computeranwendung erfolgt sei. Eine Verlegung dürfe nicht pauschal oder automatisch angeordnet werden, sondern müsse die persönlichen Umstände jedes Minderjährigen berücksichtigen.
Entfernung und volle Zentren als Argumente
Die große Entfernung sowie die Zweisprachigkeit auf den Balearen könnten nach Darstellung der Regierung den Kontakt zur Familie erschweren. Dadurch drohe eine Entfremdung vom sozialen und kulturellen Umfeld, die die Verletzlichkeit der Minderjährigen erhöhen könne.
Zugleich seien die spezialisierten Zentren für unbegleitete minderjährige Migranten auf den Inseln weit über ihre Kapazitäten hinaus belegt. Die vorhandenen Plätze sollten nach Ansicht der Regionalregierung vorrangig Minderjährigen ohne Familie zur Verfügung stehen, die sich um sie kümmern kann.
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Quelle: Europa Press / Mallorca.com