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Balearen: Wohnkosten treiben in versteckte Armut

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Auf den Balearen verschärfen Wohnkosten die versteckte Armut: Die Inseln zählen laut einer am Mittwoch veröffentlichten Studie zu den angespannten Wohnregionen mit hoher Vulnerabilität. Deutschlandweit betraf dies 2025 rund 1,95 Millionen Menschen. Sie galten nach dem herkömmlichen Einkommenskriterium nicht als arm, fielen aber nach den Kosten für die Wohnung unter die Armutsgrenze.

Archivo - Escaparate de una inmobiliaria
Europa Press

Die Untersuchung der Fundación de Estudios de Economía Aplicada (Fedea) stützt sich auf Mikrodaten der Erhebung zu Lebensbedingungen des Nationalen Statistikinstituts. Die herkömmliche Armutsquote lag 2025 bei 19,5 Prozent. Nach Abzug der Wohnkosten stieg sie auf 23,5 Prozent.

Mieter trifft es besonders stark

Besonders konzentriert sich die versteckte Armut laut Studie bei Menschen, die zu Marktpreisen mieten. Ihr Anteil an der Bevölkerung stieg von 12,1 Prozent im Jahr 2014 auf 17,4 Prozent im Jahr 2025.

Bei diesen Mietern lag die herkömmliche Armutsquote 2025 bei 32,8 Prozent. Nach Abzug der tatsächlich gezahlten Miete kletterte sie auf 49,9 Prozent. Jeder vierte Mieter, der zunächst nicht als arm galt, rutscht nach der Mietzahlung unter die Armutsgrenze. Auf diese Wohnform entfallen 72,5 Prozent der 1,95 Millionen Fälle versteckter Armut.

Junge und Menschen von außerhalb der EU besonders gefährdet

Die Studie sieht die stärkste wohnungsbedingte Verwundbarkeit in Haushalten mit einer jungen Bezugsperson, die außerhalb der Europäischen Union geboren wurde. Besonders betroffen seien angespannte Wohnregionen wie Madrid, die Balearen und Katalonien.

Die übliche Einkommensmessung erfasste 2025 nur 46,7 Prozent der Menschen mit schwerer materieller und sozialer Deprivation. Nach Berücksichtigung der Kosten für den Zugang zur Wohnung stieg der Wert auf 56,9 Prozent, bei den gesamten Wohnkosten auf 66,1 Prozent.

Umgekehrt berücksichtigt der Bericht auch den wirtschaftlichen Vorteil für Eigentümer, die keine Marktmiete zahlen. Dadurch würden rund 3,38 Millionen Menschen, die nach ihrem Geldeinkommen als arm gelten, nicht mehr unter diese Definition fallen. Dies betreffe vor allem ältere Eigentümer ohne Hypothek.

Die Autoren des Berichts empfehlen deshalb, Wohnkosten bei öffentlichen Leistungen zur Einkommenssicherung ausdrücklich einzubeziehen, etwa beim Ingreso Mínimo Vital. So könne der Schutz besser an der tatsächlichen wirtschaftlichen Lage nach den Wohnkosten ausgerichtet werden.

Themen: Wohnen & Immobilien · Wirtschaft

Quelle: Europa Press / Mallorca.com