Mallorca im Herbst: Wetter, Meer & Premium-Genuss

Der Herbst dreht das mallorquinische Jahr gewissermaßen um: Während im Frühling die Luft schneller warm wird als das Meer, kühlt im Herbst die Luft ab, während das Wasser noch die Wärme des Sommers speichert. Wer diese Übergangszeit zwischen September und November für eine Reise wählt, findet mildes Licht, angenehme Temperaturen zum Wandern und Radfahren – und muss gleichzeitig einplanen, dass in diesen Monaten der meiste Regen des Jahres fällt. Dieser Text zeigt, wie sich Luft, Wasser und Niederschlag über die drei Herbstmonate verschieben, was das für einzelne Aktivitäten bedeutet und welche Regionen der Insel jetzt besonders lohnen.

Herbst auf Mallorca: das Wetter im Überblick

Der mallorquinische Herbst beginnt dort, wo der Sommer aufhört, sich zu wiederholen. Im September liegt die Lufttemperatur tagsüber noch bei 27,0 °C, das Meer hat sich über die Sommermonate so weit erwärmt, dass es mit 24,7 °C kaum kühler ist als noch im August. Diese Verzögerung ist kein Zufall, sondern Physik: Wasser speichert Wärme viel länger als Luft, und so hält das Mittelmeer im Herbst fest, was es sich im Juli und August angeeignet hat. Für Badegäste bedeutet das, dass der September oft der komfortabelste Monat des ganzen Jahres zum Schwimmen ist, weil die Extremhitze der Luft vorbei ist, das Wasser aber noch auf Sommerniveau bleibt.

Mit dem Übergang in den Oktober beginnt sich das Bild langsam zu drehen. Die Lufttemperatur sinkt spürbar, während das Meer nur zögerlich nachzieht. Bis zum November hat sich die Schere weiter verändert: Die Tageshöchstwerte der Luft liegen dann bei 19,1 °C, das Wasser kühlt zwar auch ab, hält sich mit 18,7 °C aber immer noch auf einem Niveau, das viele andere Ziele im Winter nie erreichen. Diese Verzögerung zwischen Luft und Wasser ist die eigentliche Umkehrung des Frühlings, wenn es andersherum die Luft ist, die dem noch kühlen Meer vorauseilt.

Parallel zu diesem Wärmeversatz verändert sich die zweite große Größe des Herbstes: der Regen. Was im Sommer kaum eine Rolle spielt, wird zwischen September und November zum bestimmenden Faktor der Wettergestaltung. Bereits im September fällt mit 51 mm an 4 Regentagen spürbar mehr Regen als in den Monaten zuvor, doch das ist erst der Anfang. Zum Herbsthöhepunkt hin steigen die Niederschlagsmengen weiter an, und der November zählt mit 51 mm an 6 Regentagen zu den nassesten Monaten des gesamten Jahres. Diese Zunahme verläuft nicht gleichmäßig über die Wochen verteilt, sondern häufig in Schüben: Auf sonnige, trockene Phasen folgen einzelne Tage mit kräftigen, teils gewittrigen Niederschlägen, die für einen Großteil der Regenmenge des Monats verantwortlich sein können. Wer den Herbst plant, sollte deshalb weniger an gleichmäßigen Landregen denken als an ein Wechselspiel aus überwiegend freundlichem Wetter mit eingestreuten, oft kurzen, aber intensiven Regenphasen.

Auch die Sonnenscheindauer und die Luftfeuchtigkeit verändern sich im Verlauf der Saison, wenn auch weniger dramatisch als Temperatur und Niederschlag. Die Tage werden merklich kürzer, was sich unmittelbar auf die Zahl der Sonnenstunden auswirkt, und die Luftfeuchtigkeit steigt mit den zunehmenden Regenphasen an. Insgesamt bleibt der Herbst, gerade in seiner ersten Hälfte, aber eine Jahreszeit mit deutlich mehr Sonnen- als Regentagen – nur eben mit einer Tendenz, die sich Monat für Monat in Richtung des nassen Winters verschiebt.

Niederschlag und Regentage auf Mallorca
Niederschlag und Regentage auf Mallorca — Datenbasis: AEMET-Normalperiode 1991-2020, Station Palma

Monat für Monat durch den Herbst

Der September fühlt sich auf Mallorca oft noch wie eine Verlängerung des Sommers an. Die Luft erreicht tagsüber 27,0 °C, nachts kühlt es auf 16,6 °C ab, und das Meer bleibt mit 24,7 °C auf einem Niveau, das zum ausgiebigen Baden einlädt. Die Sonne scheint im Schnitt 7,9 h, an 4 Regentagen fällt mit 51 mm bereits mehr Regen als im Hochsommer, doch der Charakter des Monats bleibt sommerlich geprägt. Wer die Zahl der Regentage mit den langen Sonnenphasen dazwischen vergleicht, erkennt, dass der September vor allem eines ist: ein milder Übergang, kein Bruch.

Der Oktober markiert den eigentlichen Wendepunkt der Saison. Die Höchsttemperaturen sinken auf 23,2 °C, die Nächte kühlen auf 13,4 °C ab, und auch das Wasser gibt mit 22,0 °C spürbar von seiner Sommerwärme ab. Gleichzeitig zieht der Regen deutlich an: Mit 67 mm an 7 Regentagen gehört der Oktober zu den niederschlagsreichsten Monaten des Jahres. Die Sonnenscheindauer liegt bei 6,4 h, was zeigt, dass trotz der zunehmenden Regenphasen weiterhin viele freundliche Stunden pro Tag bleiben. Der Oktober ist damit der Monat, in dem sich Frühherbst und Spätherbst am deutlichsten überschneiden: warme, fast sommerliche Tage wechseln sich mit ersten kühleren, regnerischen Phasen ab.

Der November schließlich zeigt den Herbst in seiner ausgeprägtesten Form. Tagsüber werden noch 19,1 °C erreicht, nachts kühlt es aber bereits auf 9,1 °C ab, ein Unterschied, der abends eine Jacke sinnvoll macht. Das Meer hat mit 18,7 °C zwar deutlich abgekühlt, bleibt für viele nordeuropäische Maßstäbe aber immer noch mild. Der Regen erreicht seinen Jahreshöhepunkt: An 6 Regentagen fallen 51 mm, mehr als in jedem anderen Monat. Die Sonnenscheindauer sinkt auf 5,4 h, spürbar weniger als noch im September, was auch an den kürzeren Tagen liegt. Wer den November wählt, bekommt einen Monat, der weniger von gleichmäßig gutem Wetter lebt als von einzelnen klaren, oft überraschend milden Tagen zwischen den Regenphasen.

Die Bergkette der Serra de Tramuntana
Die Serra de Tramuntana im Nordwesten der Insel — sie fängt die Feuchtigkeit ab und trennt das Inselwetter in zwei Hälften. — Foto: Finca Solleric - Alaró - Mallorca.JPG von H. Zell über Wikimedia Commons, CC BY 3.0, auf 1600 px verkleinert, in WebP konvertiert

Was der Herbst auf Mallorca möglich macht

Baden bleibt im frühen Herbst eine der naheliegendsten Optionen. Solange das Meer noch die sommerliche Wärme trägt, lässt sich der September und auch der größte Teil des Oktobers gut zum Schwimmen nutzen, ohne dass man auf beheizte Pools angewiesen wäre. Erst im November, wenn das Wasser spürbar kühler wird und gleichzeitig die Zahl der Regentage steigt, verschiebt sich der Charakter der Küste eher hin zu Spaziergängen als zu langen Stunden im Wasser.

Wandern dagegen gewinnt im Herbst an Reiz, statt zu verlieren. Die sommerliche Hitze, die im Juli und August lange Touren in der Tramuntana erschwert, ist vorbei, und die Temperaturen liegen in einem Bereich, der auch mehrstündige Aufstiege angenehm macht. Gerade der Oktober und der frühe November gelten deshalb vielen als beste Wanderzeit des Jahres, sofern man wetterfeste Kleidung für die gelegentlichen Schauer einplant und Touren nicht ausgerechnet an Tagen mit kräftigem Regen legt.

Radfahren profitiert aus ähnlichen Gründen von der Jahreszeit. Die für Rennradfahrer oft zu heißen Sommertemperaturen weichen einem Klima, das lange Ausfahrten ohne Hitzestress erlaubt, während das Verkehrsaufkommen auf den Inselstraßen im Vergleich zur Hochsaison spürbar zurückgeht. Wer flexibel plant und die Tage mit Regen einfach für andere Aktivitäten reserviert, findet im Herbst ideale Bedingungen zum Training.

Kulturelle Angebote wie Museen, Kirchen, Klöster und Wochenmärkte lassen sich im Herbst gut mit dem wechselhafteren Wetter verbinden: An Tagen mit Regen bieten sie eine sinnvolle Alternative zu Strand oder Wanderweg, ohne dass man auf ein Ausflugsziel verzichten müsste. Gerade in Palma sind Innenstadtprogramme im Herbst weniger überlaufen als im Sommer, was Besuche insgesamt angenehmer macht.

Kulinarisch fällt der Herbst mit der Erntezeit zusammen: Trauben werden gelesen und zu jungem Wein verarbeitet, in den Wäldern der Tramuntana und im Hinterland kommen Pilze in die Küchen, und die Speisekarten vieler Restaurants stellen von leichten Sommergerichten auf herzhaftere, saisonale Küche um. Diese Verbindung aus mildem Wetter und Erntesaison macht den Herbst zu einer der interessantesten Zeiten für alle, die Mallorca nicht nur über den Strand, sondern auch über Küche und Landschaft kennenlernen möchten.

Wo Sie im Herbst am besten sind

Wie unterschiedlich sich der Herbst auf Mallorca anfühlt, hängt stark davon ab, welchen Teil der Insel man wählt. Für einzelne Orte liegen uns keine eigenen Messreihen vor, doch die groben Unterschiede zwischen den Landschaftsräumen lassen sich auch ohne Ortsdaten gut beschreiben.

Die Tramuntana zeigt den Herbst am intensivsten. Die Berge fangen Feuchtigkeit ab, was die Region tendenziell zu einer der regenreicheren der Insel macht, gerade wenn sich im Oktober und November Fronten an den Hängen stauen. Gleichzeitig ist genau das der Grund, warum die Region landschaftlich so eindrücklich wird: Nebelschwaden in den Tälern, klare Sicht nach einem Schauer und ein Licht, das im Herbst oft weicher wirkt als im gleißenden Sommer. Für Wanderungen ist die Tramuntana deshalb ideal, solange man die Regenwahrscheinlichkeit einplant und Routen nicht bei angekündigten Unwettern beginnt.

Das Es Pla, das flache Zentrum der Insel, erlebt den Herbst ruhiger. Hier prägen Weinberge und Felder das Bild, und die Erntezeit macht die Region gerade im frühen Herbst besonders sehenswert, wenn die Weinlese läuft und sich die Landschaft in warmen Farben zeigt. Wetterseitig ist Es Pla weniger extrem als die Berge: Regen fällt hier meist geordneter und kürzer, ohne die Staueffekte der Tramuntana.

Die Süd- und Ostküste bleiben im Herbst tendenziell die trockeneren und wärmeren Regionen der Insel. Hier hält sich das milde Klima oft am längsten, das Meer kühlt langsamer spürbar ab als andernorts, und Regenphasen fallen im Vergleich zu den Bergen häufig kürzer und schwächer aus. Wer im Herbst vor allem auf Strandtage und stabiles Badewetter setzt, ist an diesen Küstenabschnitten in der Regel besser aufgehoben als im Landesinneren oder im Gebirge, auch wenn auch dort einzelne Regentage nicht ausgeschlossen sind.

Häufige Fragen

Wie ist das Wetter auf Mallorca im Herbst?
Von September bis November sinken die Tagestemperaturen von rund 27 auf 19 Grad, die Nächte kühlen von 17 auf 9 Grad ab. Der Herbst zeigt sich damit als milder Übergang vom Sommer zum Winter.
Kann man im Herbst noch auf Mallorca baden?
Ja, gerade im September und Oktober bleibt das Wasser mit rund 25 beziehungsweise 22 Grad noch angenehm warm. Erst im November kühlt es auf rund 19 Grad spürbar ab.
Ist der Herbst eine regenreiche Zeit auf Mallorca?
Der Oktober ist mit rund 67 Millimetern Niederschlag der regenreichste Monat des Jahres, während September und November mit jeweils rund 51 Millimetern etwas trockener bleiben. Zwischen den Regenphasen gibt es aber weiterhin viele freundliche Tage.
Was macht den Herbst auf Mallorca besonders?
Die Vendimia, die Weinlese in den Bodegas rund um Binissalem, findet im Herbst statt und macht die Jahreszeit für Weinliebhaber attraktiv. Gleichzeitig werden Strände und Wanderwege deutlich ruhiger als im Sommer.
Ist der Herbst gut zum Wandern auf Mallorca?
Ja, mit milden Temperaturen und weniger Hitze als im Sommer zählt der Herbst zu den besten Wandermonaten. Die Serra de Tramuntana zeigt sich in dieser Zeit in warmen Farben.

Was im September auf Mallorca geht

Events & Termine

Alle Events im September

Das lohnt sich jetzt

  • Weinlese-Zeit und Bodega-Besuche rund um Binissalem erleben.
  • Wandern in der Serra de Tramuntana bei milden Temperaturen und weniger Andrang.