Der erste Akkord trifft, bevor das Auge begreift, was passiert – durch einen kleinen, gedämpft beleuchteten Saal. Dann Schritte: hart, rhythmisch, fast unhöflich präsent auf dem Holzboden. Und dann der Gesang: cante jondo, das aus einer Tiefe kommt, die man nicht trainiert, sondern lebt. Im Tablao Flamenco Alma gibt es keine Distanz zwischen Dir und dem Geschehen – so nah, dass Du die Spannung in den Fingern des Gitarristen siehst und die Emotion des cantaor körperlich empfängst.

Das erste Tablao Palmas
Francisco Valero, Flamenco-Gitarrist aus Posadas (Córdoba) und Professor am Conservatorio Profesional de Música y Danza de les Illes Balears, gründete das Alma zusammen mit Rocío Arrom mit einer klaren Ansage: das Tablao-Erlebnis, das in Sevilla, Madrid und Córdoba seit Generationen lebt, erstmals nach Palma zu bringen – kein Showformat für Busgruppen, sondern ein echter Spielbetrieb mit nationalem Anspruch. Eröffnet 2024, ist es das einzige Tablao auf der Insel.

Die Show
Rund eine Stunde dauert jede Vorstellung – und nichts davon ist festgelegt. Das Alma arbeitet nach dem klassischen Tablao-Prinzip: Tanz, Gesang und Gitarre reagieren spontan aufeinander, kein festes Drehbuch, Improvisation als Grundprinzip. Die Besetzungen kommen aus Sevilla, Madrid, Granada und Barcelona und wechseln im Zweiwochenrhythmus. Namen, die sich sehen lassen: El Farru (Antonio Fernández Montoya) stand zehn Jahre an der Seite von Paco de Lucía; José Fermín gewann das Festival Internacional del Cante de las Minas; Jerónimo Maya spielte Carnegie Hall und Teatro Real Madrid; Juan Fernández "Barullo" holte den Premio Nacional de Flamenco de Córdoba. Pro Abend gibt es drei Vorstellungen – der mittlere Slot gilt als der beliebteste und füllt sich zuerst.
Atmosphäre & Raum
Der Saal ist bewusst klein gehalten und vermittelt beim Betreten eher das Gefühl eines privaten Abends als einer Publikumsveranstaltung. An den Wänden hängen Flamenco-Gemälde, die den Raum zur kleinen Ausstellung machen. Die Sicht ist aus allen Bereichen gut; wer noch näher ran möchte, wählt die VIP-Zone in der ersten Reihe. Einzukalkulieren: Die Stühle sind hart und die Reihen eng gestellt – das ist kein Komfortkonzert, sondern ein Erlebnis, das Konzentration einfordert und zurückgibt.
Gastronomie & Drinks
Ein Getränk – Bier, Wein, Cava, Sangria oder Softdrink – ist im Ticket enthalten. Tapas-Menüs gibt es optional dazu: Das Menú Tapas Tablao kombiniert Ibéricos, Jamón, Manchego und Kartoffel-Tortilla; das Menú Tapas Alma ergänzt um Enten-Foie-Mousse und kantabrische Sardellen. Wer lieber vollständig essen möchte, findet über externe Buchungsplattformen eine Paella-Variante mit Salmorejo, Tortilla, Fleisch- oder Gemüse-Paella und Karottenkuchen.
Für wen & welche Anlässe
Das Alma adressiert Residenten und Touristen gleichermaßen – der Host moderiert auf Spanisch, Englisch und Deutsch. Paare, Kulturreisende und Gruppen finden ihren Platz; der frühe Abendslot eignet sich auch für Familien. Wer Flamenco bisher nur aus halbherzigen Urlaubsshows kannte, versteht hier den Unterschied.
Insider-Tipp
Den mittleren Abendslot früh buchen – er ist der beliebteste und füllt sich zuerst. Kostenlose Stornierung bis 24 Stunden vorher möglich. Mehrere Gäste empfehlen, beim inkludierten Getränk zu bleiben und die Tapas-Upgrades wegzulassen – das Preis-Leistungs-Verhältnis der Speisen überzeugt weniger als das der Show. Eine Platte reicht laut Gasterfahrung für zwei.




