Soca-rel micro celler

Consell · Weingüter · 5.0(4)Google

Soca-Rel micro celler ist eines der kleinsten Weingüter Mallorcas und eines der eigensinnigsten. Hinter dem Projekt steht Pep Rodríguez, der zwischen Consell und Binissalem viereinhalb Hektar Rebland bewirtschaftet, verteilt auf drei kleine Parzellen. Der Keller steht direkt am Weinberg: ein einfacher Zweckbau, in dem eine einzige Person alles erledigt, vom Rebschnitt bis zum Abfüllen.

Angefangen hat alles mit einer gepachteten Finca auf halbem Weg zwischen den beiden Dörfern. Von dort hat Rodríguez nach und nach aufgegebene Parzellen dazugenommen, gepachtet gegen die Zusage, sie wieder in Ordnung zu bringen, und bezahlt in Wein. Wo andere ihre Weinberge verkauft oder verfallen lassen haben, hat er sie zurückgeholt.

Gelernt hat er sein Handwerk nicht an der Hochschule, sondern auf dem Feld: erst als Landarbeiter auf einer mallorquinischen Possessió, später in den Weinbergen von José L. Ferrer, der größten Bodega der Insel. Den Namen des Guts hat seine Frau erfunden. Soca-rel heißt auf Mallorquinisch ungefähr aus reinem Stamm, und darin steckt ein Seitenhieb darauf, wie streng die Insel ihr Eigenes hütet: Rodríguez stammt aus dem Südwesten und gilt in Binissalem bis heute als Zugereister.

Soca-rel micro celler – Eindruck 1
Bild: KI-generiert – kein Foto des Betriebs

Der Weinberg von Soca-Rel micro celler

Was hier wächst, sieht weniger nach Rebzeilen aus als nach einem Garten. Zwischen den Stöcken stehen Oliven- und Obstbäume, die Schatten werfen und das Kleinklima kühlen; Schafe halten das Gras kurz und düngen nebenbei. Bewirtschaftet wird zertifiziert ökologisch, gelesen wird von Hand.

Die Böden sind tief. Hinter Binissalem liegen die Zwillingsberge von Alaró, die Reste eines längst abgetragenen Gebirges, und was von dort über die Jahrtausende in die Ebene gewandert ist, lässt die Wurzeln bis in fünf Meter Tiefe gehen. Für alte Stöcke in einem heißen, trockenen Sommer ist das der entscheidende Vorteil.

Soca-rel micro celler – Eindruck 2
Bild: KI-generiert – kein Foto des Betriebs

Dreizehn einheimische Sorten

Rodríguez pflanzt ausschließlich Sorten, die auf Mallorca zu Hause sind, insgesamt dreizehn. Das Rückgrat bilden Manto Negro, Escursac, Esperó de Gall, Fogoneu und Vinater Blanc, dazu kommt Mancés de Tibús. Vinater Blanc ist bis heute nicht als Keltersorte zugelassen; das Verfahren hat nicht einmal begonnen, weil sich kaum virusfreies Pflanzmaterial auftreiben lässt. Weiße Sorten waren ursprünglich gar nicht vorgesehen, die Begeisterung kam bei einer Verkostung von Minderheitssorten an der Universität der Balearen.

Dazu kommt eine kleine Versuchsparzelle mit Material aus dem Versuchsweinberg der Universität: Argamussa, Quigat und Valent Blanc bei den weißen Sorten, Callet Negrella, Giró Negre und Vinater Negre bei den roten. Namen, die außerhalb der Insel praktisch niemand kennt und die auch hier lange als verloren galten.

Weine ohne Herkunftsbezeichnung

Im Keller passiert wenig: ganze Beeren statt gequetschter Maische, spontane Gärung mit den Hefen aus dem eigenen Weinberg, und der Tresterhut bleibt untergetaucht, damit die Extraktion sanft bleibt. Ausgebaut wird überwiegend im Stahltank, ein Teil in französischem Holz. Die Basis sind drei Rote: ein reinsortiger Manto Negro, ein Escursac und die hälftige Mischung beider Sorten, die er gemeinsam vergärt, damit jede Rebsorte ihren eigenen Ton behält. Dazu kommen ein Politxó aus Esperó de Gall, ein weißer Politxó und ein Manto Negro aus dem Stück Pla de Buc.

Bemerkenswert ist, was auf den Flaschen nicht steht. Consell und Binissalem gehören beide zu den fünf Gemeinden der D.O. Binissalem, Soca-Rel ist aber keiner Herkunftsbezeichnung angeschlossen: zertifiziert werden Jahrgang und Rebsorte, sonst nichts. Auch das Etikett Naturwein, das ihm manche Händler gern anheften, weist Rodríguez für sich zurück.

Besuch und Bezugsquellen

Soca-Rel ist nicht auf Weintourismus eingerichtet: kein Verkostungsraum, kein Hofladen, kein Programm für Besuchergruppen. Der Keller ist ein Arbeitsort, und die Arbeit hängt an einem einzigen Paar Hände. Wer die Weine probieren will, findet sie eher in den Weinhandlungen der Insel und auf den Karten ambitionierter Restaurants; ein Teil der gut fünfzehntausend Flaschen, die hier jährlich entstehen, geht über Importeure ins Ausland.

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Häufige Fragen zu Soca-rel micro celler

Wer steht hinter Soca-Rel micro celler?

Das Gut ist das Projekt von Pep Rodríguez, der praktisch alles allein macht, vom Rebschnitt bis zum Abfüllen. Sein Handwerk hat er nicht an der Hochschule gelernt, sondern als Landarbeiter auf einer mallorquinischen Possessió und danach in den Weinbergen von José L. Ferrer, der größten Bodega der Insel. Den Namen Soca-Rel hat seine Frau erfunden.

Welche Rebsorten baut Soca-Rel an?

Ausschließlich einheimische, insgesamt dreizehn. Das Rückgrat bilden Manto Negro, Escursac, Esperó de Gall, Fogoneu und Vinater Blanc, dazu kommt Mancés de Tibús. Auf einer kleinen Versuchsparzelle stehen außerdem Argamussa, Quigat, Valent Blanc, Callet Negrella, Giró Negre und Vinater Negre aus dem Versuchsweinberg der Universität der Balearen.

Kann man Soca-Rel besichtigen oder dort verkosten?

Das Gut ist nicht auf Weintourismus eingerichtet. Es gibt keinen Verkostungsraum, keinen Hofladen und kein Programm für Besuchergruppen; der Keller ist ein reiner Arbeitsort. Wer die Weine probieren möchte, findet sie eher in den Weinhandlungen der Insel und auf den Karten ambitionierter Restaurants.

Gehören die Weine zur D.O. Binissalem?

Nein. Consell und Binissalem zählen zwar beide zu den fünf Gemeinden der D.O. Binissalem, Soca-Rel ist aber keiner Herkunftsbezeichnung angeschlossen. Zertifiziert werden Jahrgang und Rebsorte, mehr nicht. Auch die Bezeichnung Naturwein, die ihm manche Händler geben, weist Rodríguez für sich zurück.

Wie wird im Weinberg und im Keller gearbeitet?

Der Weinberg wird zertifiziert ökologisch bewirtschaftet, Oliven- und Obstbäume stehen zwischen den Stöcken und kühlen das Kleinklima, Schafe halten das Gras kurz. Gelesen wird von Hand. Im Keller vergären ganze Beeren spontan mit den eigenen Hefen, der Tresterhut bleibt untergetaucht, ausgebaut wird überwiegend im Stahltank.

Wo genau liegt Soca-Rel micro celler?

Auf einer Flurparzelle draußen im Feld, auf halbem Weg zwischen Consell und Binissalem im Inselinneren. Der Keller steht direkt am Weinberg, nicht im Ortskern. Die Reben verteilen sich auf drei kleine Parzellen zwischen den beiden Dörfern, im Rücken die Zwillingsberge von Alaró.

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