An der Ma-19A, mitten im Inselinneren zwischen Feldern und Trockensteinmauern, liegt die Finca son Garcies – ein Anwesen, das unter dem Namen „Weingut Mallorca AG" firmiert, sich bei näherem Hinsehen aber als etwas anderes entpuppt als ein klassischer Weinbaubetrieb. Hinter dem Namen steht „Weinland Mallorca", ein Projekt einer Schweizer Investorengruppe, die auf der Insel Wein-Investments, Sonderabfüllungen in Kleinstauflagen und Events rund um den Rebensaft organisiert. Auf der eigenen Website ist die Rede von einer „Winzer-Aktie", von der Unterstützung mallorquinischer Nachwuchswinzer und von der Möglichkeit, sich einen eigenen Wein für Hochzeiten oder Firmenfeiern abfüllen zu lassen – ein Geschäftsmodell, das stärker auf Beteiligung und Anlass setzt als auf den klassischen Weinkellerei-Betrieb mit eigenem Rebberg. Eine eigene Herkunftsbezeichnung, benannte Rebsorten, konkrete Jahrgänge oder eine bezifferte Weinbergsfläche für diesen Standort nennt die Selbstbeschreibung nicht. Sie spricht allgemein davon, „eigene Weingüter – teilweise mit Ferienhäusern" zu betreiben, ohne diese Aussage konkret mit der Finca son Garcies zu verknüpfen.

Wer die Finca tatsächlich besucht, findet nach übereinstimmenden Berichten einen Ort vor, der eher einem kleinen, gastfreundlichen Hof gleicht als einem nüchternen Produktionsbetrieb: Besucher berichten von Tieren, die man aus der Nähe erleben kann – Ferkel, Ziegenkitze, Hühner und Pferde gehören zum Bild des Anwesens. Dazu kommt die Möglichkeit, frisches Obst selbst zu pflücken, sowie frisch gepresste Säfte, die vor Ort angeboten werden. Der Wein selbst wird ebenfalls ausgeschenkt und mehrfach positiv erwähnt, wenngleich das Gesamtbild – Natur, Tiere, Selbstpflücken, Verkostung – deutlich in Richtung Ausflugsziel für Familien tendiert als in Richtung reiner Weinberg-Besichtigung mit Fachvortrag.
Diese Doppelnatur wird auch in den Rückmeldungen sichtbar: Manche loben ausdrücklich die Atmosphäre, das Zusammensein mit den Tieren und die Gelegenheit, mitten in der mallorquinischen Landschaft zur Ruhe zu kommen. Andere empfinden das Angebot als recht kommerziell ausgerichtet und die Preise als hoch gemessen an dem, was geboten wird – eine Beobachtung, die hier festgehalten sei, ohne sie in eine Zahl zu fassen. Genau diese beiden Stimmen – die Begeisterung über Tiere und Natur einerseits, die Skepsis gegenüber der kommerziellen Ausrichtung andererseits – ziehen sich mehrfach durch die Rückmeldungen und ergeben zusammen ein stimmigeres Bild als jede einzelne Meinung für sich. Wiederholt wird dabei besonders der Kontakt zu den Tieren hervorgehoben, ebenso wie die frisch gepressten Säfte, die zu den verlässlich genannten Stärken des Ortes zählen.

Für Reisende, die ein D.O.-zertifiziertes Weingut mit eigenem Rebbergsrundgang, benannten Rebsorten und Jahrgangsverkostung suchen, ist die Finca son Garcies nicht die richtige Adresse – solche Merkmale sind für diesen Standort nicht dokumentiert. Wer dagegen einen Nachmittag im Grünen sucht, an dem Kinder Tiere aus der Nähe erleben, selbst Obst pflücken und die Erwachsenen dabei ein Glas Wein oder einen frisch gepressten Saft genießen können, findet hier einen Ort, der genau das bietet. Die Lage an der Ma-19A mitten im ländlichen Inselinneren unterstreicht diesen Charakter: kein Schaubetrieb am Ortsrand einer Weinbaugemeinde, sondern ein Anwesen im offenen Land, erreichbar mit dem eigenen Fahrzeug und mit kostenlosem Parkplatz direkt vor Ort. Die Verzehrmöglichkeit vor Ort sowie die Eignung für Gruppen sind ebenfalls dokumentiert, was den Charakter als Ausflugsziel für mehrere Personen zusätzlich stützt.
Wer sich für das Investment- und Event-Konzept von Weinland Mallorca im weiteren Sinn interessiert, sei auf die Eigenpräsentation der Betreiber verwiesen; für den eigentlichen Besuch der Finca zählen jedoch die einfachen, aber verlässlich bezeugten Dinge: Tiere, Obst zum Pflücken, Saft und Wein zum Trinken, ein Stück mallorquinisches Landleben zum Anfassen, mitten im ruhigen Inselinneren gelegen und ohne den Trubel der Küstenorte.



