Parc natural de Mondragó – Naturpark, Buchten und Wanderwege
Der Parc natural de Mondragó zeigt auf engem Raum, wie vielgestaltig Mallorcas Südostküste sein kann. Zwischen lichten Kiefernwäldern und alten Trockenmauern öffnen sich sandige Buchten, Feuchtgebiete liegen hinter den Stränden, und über felsigen Küstenabschnitten führen markierte Wege zu Aussichtspunkten. Das Meer ist dabei nur ein Teil des Erlebnisses. Ebenso prägend sind die Spuren jener Menschen, die dieses Land über Jahrhunderte bewirtschafteten.
Viele Besucher kommen wegen der Cala Mondragó und des Strandes von s’Amarador. Wer nach dem Baden jedoch die Schuhe anbehält und einem der Wege folgt, entdeckt einen deutlich stilleren Naturpark: mit Garrigue, Feldern, Wasserbauwerken und einfachen Hütten aus Trockenstein. Gerade der Wechsel zwischen Küste und Kulturlandschaft macht Mondragó mehr als nur zu einem schönen Badeziel.
Der Park eignet sich für einen kurzen Spaziergang ebenso wie für einen halben oder ganzen Ausflugstag. Die ausgeschilderten Routen sind vergleichsweise kurz, mehrere lassen sich miteinander verbinden. Familien finden überschaubare Etappen, Naturbeobachter unterschiedliche Lebensräume und Badegäste die seltene Gelegenheit, einen Strandtag ohne Autofahrt um eine kleine Wanderung zu erweitern.
Geschichte und Bedeutung
Nicht unberührte Wildnis, sondern jahrhundertelang genutztes Land prägt Mondragó. Zwischen Waldstücken und Küste wurden trockene Böden bestellt, Tiere gehalten und die wenigen Wasserressourcen sorgfältig verteilt. Deshalb erzählen die Mauern, Zisternen und Hütten des Parks mindestens ebenso viel über seine Vergangenheit wie die natürlichen Lebensräume. Mondragó bewahrt eine mediterrane Landschaft, in der menschliche Arbeit und Natur nicht sauber voneinander zu trennen sind.
Landwirtschaft und Viehhaltung
Das auffälligste historische Element sind die zahlreichen Trockenmauern. Sie wurden ohne Mörtel aus aufgelesenen Steinen gesetzt und gliedern das Gelände bis heute in Parzellen. An Bächen und Geländeeinschnitten kommen stellenweise Stützmauern hinzu. Innerhalb dieser Strukturen lagen Flächen für extensiven Trockenfeldbau und Viehhaltung. Noch heute befindet sich ein großer Teil des Naturparks in privatem Besitz und wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt.
Zu dieser Arbeitslandschaft gehören die barraques de roter. Solche schlichten Trockensteinhütten dienten Landarbeitern und Hirten als Unterstand und konnten auch Tieren Schutz geben. Sie wirken unscheinbar, sind aber ein Schlüssel zum Verständnis des Parks: Mondragó war lange kein Freizeitgelände, sondern ein kleinteilig organisierter Wirtschaftsraum, in dem Schatten, Wasser und brauchbarer Boden kostbar waren.
Wasser, Wald und Küstenarbeit
Schöpfräder, Bewässerungsgräben und Zisternen zeugen davon, wie sorgfältig Regen- und Grundwasser genutzt wurden. Neben der Landwirtschaft hinterließ auch die Waldwirtschaft ihre Spuren. Kohlenmeilerplätze, Köhlerhütten und Kalköfen erinnern an die Gewinnung von Holzkohle und Kalk. An der Küste kommen escars hinzu, überdachte oder in den Fels gesetzte Bootsschuppen, in denen kleine Boote vor Wetter und Brandung geschützt werden konnten.
Weitere Relikte verweisen auf Steinbrüche im weichen Marès-Sandstein, auf die Überwachung und Verteidigung der Küste sowie auf Verstecke, die mit Schmuggel in Verbindung standen. So entsteht kein museal geordnetes Ensemble, sondern ein Gelände voller verstreuter Hinweise. Wer langsam geht, liest Mondragó wie eine Landschaftschronik.
Der Schutz des Parks
Auf Initiative der mallorquinischen Umweltbewegung, besonders der Organisation GOB, wurde Mondragó im Jahr 1992 zum Naturpark erklärt. Das geschützte Gebiet umfasst 765,69 Hektar. Nur ein kleinerer Teil befindet sich in öffentlichem Besitz; die übrigen Flächen verteilen sich auf zahlreiche private Parzellen. Der Schutzstatus bewahrt daher nicht nur Strände und Wälder, sondern auch eine weiterhin genutzte Kulturlandschaft.
Mondragó ist außerdem als Naturraum von besonderem Interesse ausgewiesen und gehört über seine Bedeutung für Vögel und Lebensräume zum europäischen Natura-2000-Netz. Entscheidend ist die ungewöhnliche Dichte verschiedener Biotope: Wälder, Felder, Dünen, Feuchtgebiete, Torrents, Klippen und Höhlen folgen in kurzer Distanz aufeinander. Der Park gilt deshalb als ein wichtiges Beispiel für den Naturschutz im Süden Mallorcas.
Was es zu sehen gibt
Hinter einem Sandstrand liegt ein Feuchtgebiet, wenige Schritte später beginnt der Kiefernwald, und oberhalb der Bucht öffnet sich der Blick über helle Felsen zum Meer. Mondragó lebt von solchen raschen Übergängen. Die fünf markierten Routen führen nicht zu einem einzigen Hauptmonument, sondern erschließen unterschiedliche Ausschnitte dieser Landschaft.
Ses Fonts de n’Alís und Cala Mondragó
Ses Fonts de n’Alís ist einer der zentralen Zugänge zum Park und zugleich der Name des Strandes, der häufig als Cala Mondragó bezeichnet wird. Die Bucht wird von Felsen und Kiefern eingefasst; das geschützte Wasser und der helle Sand erklären, warum viele Gäste ihren Besuch genau hier beginnen. Hinter dem Strand setzt sich die Landschaft jedoch fort. Ein Feuchtbereich und die Mündung eines Torrents machen sichtbar, dass die Bucht Teil eines größeren natürlichen Systems ist.
Vom Bereich des Parkplatzes führt ein markierter Weg durch ehemalige Agrarflächen und zunehmend küstennahes Buschland zum Aussichtspunkt über ses Fonts de n’Alís. Zwischen Wildoliven und Kiefern erscheinen immer wieder Mauern und frühere Nutzflächen. Der Weg liefert damit einen guten ersten Überblick: Er verbindet die bekannte Badekulisse mit jenem ländlichen Mondragó, das vom Strand aus leicht übersehen wird.
S’Amarador und sein Feuchtgebiet
Auf der anderen Seite der Küstenpassage liegt s’Amarador. Der breite Sandstrand ist von Wald und niedriger Vegetation gerahmt. Hinter ihm befindet sich ein kleiner Teich beziehungsweise Feuchtbereich, in dem sich Wasser aus dem Hinterland sammelt. Gerade dieser Übergang vom Süß- und Brackwasserbereich zum Strand gehört zu den charakteristischen Landschaftsbildern des Parks.
Heute steht die ökologische Bedeutung im Vordergrund. Der Feuchtbereich schafft Bedingungen, die sich deutlich von den trockenen Feldern und der Garrigue wenige Gehminuten entfernt unterscheiden. Wer nur am Ufer bleibt, sieht deshalb lediglich die seewärtige Hälfte dieses Ortes.
Der Küstenweg zwischen den Stränden
Ses Fonts de n’Alís und s’Amarador lassen sich zu Fuß verbinden. Der Weg folgt der felsigen Küstenlinie und öffnet wiederholt den Blick auf beide Buchten. Hier wird die Form der Küste besonders anschaulich: niedrige Klippen, helle Felsplatten und Einschnitte wechseln mit Kiefern, die nahe an den Rand heranreichen.
Diese Passage ist keine lange Wanderung, vermittelt aber einen starken Eindruck von Mondragós Aufbau. Hinter einem liegt die stärker besuchte Cala Mondragó, voraus erscheint s’Amarador, während seitlich das offene Meer sichtbar wird. Wer morgens vor dem langen Strandaufenthalt oder später nach dem Baden hinübergeht, erlebt beide Buchten als zusammengehörige Landschaft statt als getrennte Badeplätze.
Caló des Burgit
Östlich der Cala Mondragó liegt der kleinere Caló des Burgit. Die sandige Bucht sitzt zwischen felsigen Rändern und Kiefernwald und wird über einen markierten Weg erreicht. Im Vergleich zu den beiden Hauptstränden wirkt sie kompakter; ihr Reiz liegt gerade in der Einbettung in den Küstenwald.
Der Weg dorthin führt vom belebteren Strandbereich weg und macht den Wechsel schnell hörbar und sichtbar. Gastronomie und Strandbetrieb treten zurück, während Kiefern, Buschland und Felsküste den Blick bestimmen. Caló des Burgit ist deshalb nicht bloß eine weitere Badestelle, sondern ein lohnendes Ziel für alle, die wenigstens einen der kurzen Parkwege vollständig gehen möchten.
Trockenmauern und barraques de roter
Im Landesinneren verschiebt sich der Schwerpunkt von der Küste zur historischen Kulturlandschaft. Trockenmauern ziehen klare Linien durch Felder und Buschland. Manche begrenzen frühere Parzellen, andere begleiten Wege oder sichern Böschungen. Zwischen ihnen stehen vereinzelt barraques de roter, deren grobes Mauerwerk farblich fast mit dem Boden verschmilzt.
Diese Bauten sollte man nicht als spektakuläre Einzelmonumente erwarten. Ihre Wirkung entsteht aus der Umgebung. Eine niedrige Hütte, ein Mauerzug und eine Zisterne zeigen gemeinsam, wie Landarbeiter in einem trockenen Küstengebiet wirtschafteten. Wer diese Details beachtet, erkennt hinter dem scheinbar natürlichen Kiefernwald die ältere Ordnung der Felder und Weideflächen.
Dünen, Torrents und Klippen
Die Strände von Mondragó enden landwärts nicht abrupt. Dünenvegetation stabilisiert den Sand, Torrents führen aus dem Hinterland zur Küste, und feuchte Senken bilden einen Gegenpol zur trockenen Garrigue. An anderen Stellen fällt das Gelände felsig zum Meer ab. Höhlen und ausgewaschene Formen zeigen, wie stark Wasser und Wind am porösen Küstengestein arbeiten.
Gerade diese Abfolge erklärt die Artenvielfalt des Parks. In den Kiefernwäldern und im niedrigen Buschland leben unter anderem Igel und Ginsterkatzen; auch die Mittelmeer-Landschildkröte kommt in der Region vor. Über den Felsen lassen sich mit Glück Greifvögel beobachten. Sichtungen sind nie garantiert, doch die unterschiedlichen Lebensräume machen selbst eine kurze Runde abwechslungsreich.
Der Besuch
Der häufigste erste Eindruck ist ein Strandbild: heller Sand, klares Wasser und Kiefern über den Felsen. Ein guter Besuch endet jedoch nicht dort. Sinnvoll ist es, zunächst einen der markierten Wege zu gehen und erst danach länger am Wasser zu bleiben. So bleibt die Wanderung nicht bis zur größten Hitze liegen, und die Kulturlandschaft erhält denselben Raum wie die Buchten.
Kurzer Rundgang
Für einen kompakten Besuch bietet sich der Bereich von ses Fonts de n’Alís an. Vom Zugang führt eine kurze Route durch frühere Agrarflächen zum Strand und zu einem Aussichtspunkt. Anschließend lässt sich die Küstenpassage in Richtung s’Amarador anschließen. Die ausgeschilderten Einzelwege im Park benötigen je nach Route ungefähr zwischen 15 und 60 Minuten; Pausen, Aussichtspunkte und Badeaufenthalte kommen hinzu.
Schon diese Kombination zeigt Wald, Feuchtgebiet, Küste und Strand. Sie ist daher sinnvoller, als nur vom Parkplatz zur nächstgelegenen Bucht zu gehen. Wer wenig Zeit hat, sollte sich auf einen Zugang und die angrenzenden Wege konzentrieren, statt zwischen mehreren Ausgangspunkten umzusetzen.
Halber oder ganzer Tag
Für einen halben Tag lassen sich mehrere kurze Routen verbinden, etwa die Wege bei ses Fonts de n’Alís und s’Amarador oder ein Abstecher zum Caló des Burgit. Ein ganzer Tag lohnt sich, wenn Wandern und Baden gleichberechtigt geplant sind. Die reinen Gehzeiten bleiben überschaubar, doch am Strand, an den Aussichtspunkten und bei der Beobachtung der Landschaft vergeht deutlich mehr Zeit.
Ein früher Beginn vermeidet, dass die erste Wanderetappe in die heißeste Phase fällt. Außerhalb eines reinen Badetages ist Mondragó auch dann interessant, wenn Schwimmen nicht im Mittelpunkt steht: Wald, Trockenmauern, Feuchtgebiete und Küstenblicke bleiben das ganze Jahr über der eigentliche Kern des Parks.
Orientierung im Gelände
Die fünf Routen sind markiert und auf kurze, klar umrissene Landschaftserlebnisse angelegt. Dennoch lohnt es sich, vor dem Start die Parkkarte beziehungsweise die Informationstafeln zu prüfen. Die Bezeichnungen Cala Mondragó und ses Fonts de n’Alís werden im Alltag teilweise für denselben Strandbereich verwendet, während s’Amarador einen eigenen Zugang besitzt. Diese Namensvielfalt kann bei der ersten Orientierung verwirren.
Aktuelle Zugangszeiten und mögliche Regelungen sollten vor dem Besuch geprüft werden, da hierzu keine dauerhaft verlässlichen Angaben vorliegen. Gleiches gilt für mögliche Kosten rund um die Anreise oder das Parken. Der Naturpark ist kein geschlossenes Museum mit einem einzigen Rundgang, sondern eine geschützte Landschaft mit mehreren Zugängen.
Anfahrt und Parken
Die Fernanreise führt zunächst in Richtung Cala Figuera und Santanyí. Vom Flughafen Palma sind es bis Cala Figuera 52 Straßenkilometer; die Fahrt dauert rund 48 Minuten über die Ma-19 und anschließend die Ma-6102. Vom Zentrum Palmas führt dieselbe Grundroute über Ma-19 und Ma-6102. Bis Cala Figuera sind es 58 Straßenkilometer, für die rund 56 Minuten einzuplanen sind.
Diese Entfernungen und Fahrzeiten gelten ausdrücklich bis Cala Figuera, nicht bis zu einem bestimmten Parkeingang. Für Mondragó zweigt die Anfahrt im Raum Santanyí beziehungsweise Cala Figuera auf kleinere lokale Straßen ab. Das letzte Stück verläuft abseits der großen Durchgangsachsen und endet je nach gewähltem Zugang an unterschiedlichen Seiten des Schutzgebiets.
Ses Fonts de n’Alís
Der Zugang bei ses Fonts de n’Alís eignet sich besonders für Besucher, die zuerst die Cala Mondragó, den Aussichtspunkt und den Weg zum Caló des Burgit erkunden möchten. Vom Parkplatz führt der weitere Weg zu Fuß durch das Parkgelände und hinunter in Richtung Strand. Das Auto bleibt damit außerhalb des eigentlichen Küstenbereichs zurück.
Bei der Navigation ist es ratsam, gezielt den Parkplatz beziehungsweise den Zugang ses Fonts de n’Alís auszuwählen. Eine bloße Suche nach „Mondragó“ kann je nach Kartendienst zur Bucht, zu einem Weg oder auf die andere Seite des Parks führen. Der Fußweg zum Strand gehört hier bereits zum Besuch und sollte beim Gepäck berücksichtigt werden.
S’Amarador
S’Amarador besitzt einen eigenen Zugang auf der westlichen Seite des Parks. Er ist sinnvoll, wenn der gleichnamige Strand, das angrenzende Feuchtgebiet und die westlichen Wege im Mittelpunkt stehen. Zwischen s’Amarador und ses Fonts de n’Alís besteht eine Fußverbindung entlang der Küste, sodass für den Wechsel zwischen beiden Stränden kein erneutes Umparken nötig ist.
Wer eine Wanderung mit einem Badeaufenthalt verbindet, kann mit einem frühen Beginn die heißeste Phase auf den Wegen vermeiden. Aktuelle Parkregelungen sollten vor der Anfahrt kontrolliert werden.
Anreise mit dem Bus
Die Haltestelle Cala Mondragó mit der Kennung 57024 erschließt den Bereich des Naturparks. Von dort wird der Besuch zu Fuß fortgesetzt. Da Fahrpläne saisonal variieren können, sollten Verbindung, Umstiege und Rückfahrt unmittelbar vor dem Ausflug geprüft werden. Besonders wichtig ist die letzte Rückfahrt, wenn Wandern und ein längerer Strandaufenthalt kombiniert werden.
Buslinien nach Parc natural de Mondragó im Überblick
| Linie | Strecke | Fahrten/Tag | Erste Fahrt | Letzte Fahrt |
|---|---|---|---|---|
| 521 | Cala d'Or - Cala Mondragó | 22 | 08:45 | 20:40 |
Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.
Anfahrt mit dem Bus
Cala Mondragó (57024) · 1,2 km Luftlinie
- 521Cala d'Or - Cala Mondragó · Täglich
Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.
In der Umgebung
Nach Kiefernwald, Trockenstein und Sand lohnt der Kontrast zum Hafen von Cala Figuera. Der Ort liegt in einer tief eingeschnittenen, Y-förmigen Bucht, die sich in die beiden Arme Caló d’en Busques und Caló d’en Boira teilt. Entlang des Wassers stehen niedrige Gebäude; Fischerboote und traditionelle mallorquinische llaüts gehören weiterhin zum Hafenbild.
Cala Figuera
Cala Figuera ist kein klassischer Sandstrandort. Sein stärkster Eindruck entsteht beim Spaziergang entlang der Hafenarme, wo Wege und Treppen nahe am Wasser verlaufen. Netze, Boote und Anlegestellen erinnern daran, dass der Hafen nicht nur Kulisse ist. Die Siedlung entwickelte sich vergleichsweise spät dauerhaft, obwohl der Name der Bucht bereits 1306 erwähnt wurde.
Als Ergänzung zu Mondragó eignet sich Cala Figuera besonders am späten Nachmittag. Nach einem Naturparktag bietet der Ort einen Wechsel von der offenen Küste zu einem geschützten, bewohnten Hafen. Für die Kombination sollte jedoch genügend Zeit bleiben: Der Hafen erschließt sich beim Gehen, nicht bei einem kurzen Halt am Straßenrand.
Santanyí und die Südostküste
Santanyí ist ein Ort der Gemeinde und ein praktischer Zwischenpunkt auf der Anfahrt. Wer Naturpark und Ort verbindet, erhält an einem Tag zwei sehr verschiedene Eindrücke vom Südosten Mallorcas, ohne daraus eine lange Rundfahrt machen zu müssen.
Auch Cala Santanyí liegt in derselben Küstenregion. Eine Verbindung mit weiteren Buchten ist grundsätzlich möglich, doch Mondragó sollte nicht auf einen kurzen Fotostopp reduziert werden. Die markierten Wege, historischen Landschaftselemente und drei unterschiedlichen Strandbereiche rechtfertigen einen eigenen halben Tag.
Kombination zu Fuß oder vom Wasser
Längere Wander- und Laufrouten verbinden Mondragó mit Cala Figuera und dem weiteren Küstenraum. Sie gehen jedoch deutlich über die kurzen offiziellen Parkwege hinaus und verlangen eine eigenständige Tourenplanung. Die innerhalb des Naturparks markierten Routen sind dafür kein Ersatz.
Von Cala Figuera aus werden außerdem Küstenfahrten angeboten, die Mondragó vom Meer aus zeigen. Die Perspektive auf Buchten und Felsränder ist reizvoll, ersetzt aber nicht den Landbesuch: Trockenmauern, Feuchtgebiete, Wasserbauwerke und Waldwege bleiben vom Boot aus verborgen.
Der Ort dazu
Cala Figuera im OrtsporträtWissenswertes für den Besuch
Kiefern spenden auf einzelnen Wegabschnitten Schatten, doch an Stränden, Aussichtspunkten und offenen Küstenpartien steht die Sonne ungehindert. Sonnenschutz und ausreichend Trinkwasser gehören deshalb auch bei einer kurzen Route ins Gepäck. Wer mehrere Wege verbinden möchte, sollte den Spaziergang nicht wie einen bloßen Gang zum Strand behandeln.
Schuhe und Wege
Für die kürzesten Verbindungen genügen feste, gut sitzende Alltagsschuhe; für mehrere Routen sind Schuhe mit griffiger Sohle angenehmer. Der Untergrund wechselt zwischen befestigten Abschnitten, Waldwegen, trockenem Boden und felsigen Küstenpassagen. Badeschuhe allein sind für eine längere Erkundung wenig geeignet.
Nach Regen können Senken und Bereiche nahe den Torrents feuchter sein, während Felsplatten rutschig werden können. Die markierten Wege sollten nicht verlassen werden. Das schützt empfindliche Dünenvegetation und verhindert, dass scheinbare Abkürzungen auf Privatgrund oder an unübersichtlichen Felskanten enden.
Besuch mit Kindern
Die kurzen, markierten Routen und die Möglichkeit, Spaziergang und Strandpause zu verbinden, machen Mondragó familienfreundlich. Gerade mit kleineren Kindern ist eine einzelne Route oft sinnvoller als der Versuch, den gesamten Park an einem Tag abzuhaken. Caló des Burgit oder die Verbindung zwischen den Hauptstränden liefern bereits ein überschaubares Ziel.
Zu beachten sind Sonne, ungeschützte Felsbereiche und der zusätzliche Fußweg vom Parkplatz. Proviant, Wasser und Strandausrüstung müssen getragen werden. Kinder sollten an Aussichtspunkten und Klippen eng begleitet werden, auch wenn der vorausgehende Weg einfach wirkte.
Naturpark statt Freizeitpark
Mondragó ist keine inszenierte Anlage mit einem festen Besichtigungsparcours. Historische Relikte liegen verstreut im Gelände, Tiere zeigen sich nicht auf Bestellung, und an manchen Stellen besteht die Landschaft aus unspektakulären Feldern und Buschland. Gerade darin liegt ihr Wert: Die Buchten sind Teil eines weiterhin lebendigen Küsten- und Agrarraums.
Respekt vor Absperrungen, Privatflächen und Vegetation ist deshalb wesentlich. Pflanzen, Steine und andere Naturmaterialien bleiben an Ort und Stelle. Abfälle gehören wieder mitgenommen beziehungsweise in dafür vorgesehene Behälter. Wer leise geht und gelegentlich stehen bleibt, hat zudem bessere Chancen, Vögel oder andere Tiere wahrzunehmen.
Was ins Gepäck gehört
Neben Wasser, Sonnenschutz und geeigneten Schuhen sind eine Parkkarte und ein Fernglas nützlich. Das Fernglas lohnt nicht nur für Vögel; auch Küstenformen, Bootsschuppen und entfernte Mauerzüge lassen sich damit besser erkennen. Für einen kombinierten Wander- und Badetag empfiehlt sich leichtes Gepäck, weil zwischen Zugang, Wegen und Stränden einiges zu tragen ist.
Verpflegung und Dienstleistungen sollten nicht als überall verfügbar vorausgesetzt werden. Wer in die ruhigeren Parkbereiche aufbricht, nimmt das Nötige besser von Anfang an mit. Aktuelle Hinweise zu Wetter, Brandgefahr, Zugängen und Schutzbestimmungen sollten unmittelbar vor dem Besuch geprüft werden.
Insider-Tipps von Einheimischen
Erst wandern, dann baden
Die markierten Routen dauern je nach Strecke etwa 15 bis 60 Minuten. Wer morgens zuerst zum Aussichtspunkt, nach s’Amarador oder zum Caló des Burgit geht, verschiebt die Wanderung nicht in die heißere Phase des Strandtages.
Beide Hauptbuchten verbinden
Ses Fonts de n’Alís und s’Amarador liegen nicht isoliert voneinander. Ein Küstenweg verbindet beide Strände und zeigt unterwegs Felsufer, Kiefern und offene Meerblicke – ohne dass dafür das Auto umgesetzt werden muss.
Auf die niedrigen Mauern achten
Abseits der Strände erzählen Trockenmauern, Zisternen und barraques de roter von Landwirtschaft und Viehhaltung. Die unscheinbaren Bauten erschließen den Charakter Mondragós besser als ein reiner Badestopp.
Zum Caló des Burgit gehen
Der markierte Weg zum kleineren Caló des Burgit führt vom stärker besuchten Strandbereich durch den Küstenwald. Schon der Wechsel von Badebetrieb zu Kiefern und Felsküste macht den Abstecher lohnend.
Danach Cala Figuera
Cala Figuera setzt einen passenden Schlusspunkt: Nach dem Naturpark führt ein Spaziergang entlang der beiden Hafenarme an Bootshäusern, Fischerbooten und traditionellen mallorquinischen llaüts vorbei.