Torre d'en Beu bei Cala Figuera: Wachturm über dem Meer

Über den Klippen am Eingang von Cala Figuera steht die Torre d'en Beu wie ein steinerner Beobachter. Der historische Küstenwachturm gehört zu jenen Orten auf Mallorca, deren Wirkung weniger von einer Ausstellung als von ihrer Lage ausgeht: vor dem Bauwerk das offene Meer, seitlich die schmale Zufahrt zum Naturhafen und nur wenige Schritte entfernt ein kleiner Leuchtturm aus einer ganz anderen Epoche.
Der Ausflug lohnt sich vor allem für Reisende, die Küstenlandschaften, kurze Spaziergänge und historische Spuren miteinander verbinden möchten. Schon der Weg aus Cala Figuera verändert die Perspektive auf den Ort: Unten liegen Fischerboote und Bootshäuser in den tief eingeschnittenen Hafenarmen, oben öffnet sich der Blick über Felsen und Wasser. Bei stärkerem Seegang ist zu hören und zu sehen, wie die Wellen gegen den Fuß der Klippen arbeiten.
Die Torre d'en Beu ist kein klassisches Besichtigungsziel mit zugänglichen Innenräumen, Kasse oder musealer Inszenierung. Der Turm lässt sich nur von außen betrachten. Gerade deshalb sollte der Besuch nicht als schneller Fotostopp verstanden werden: Seine Geschichte erschließt sich aus dem Standort, denn von dieser Höhe ließ sich die Küste früh überblicken und ein herannahendes Schiff lange vor dem Erreichen der Bucht erkennen.
Besonders reizvoll ist der Kontrast zwischen dem gedrungenen historischen Wehrbau und dem benachbarten Leuchtfeuer. Beide dienten der Orientierung an derselben Küste, jedoch unter völlig anderen Vorzeichen: Der eine warnte vor Gefahr vom Meer, der andere half den Fischern von Cala Figuera bei der sicheren Rückkehr in den Hafen.
Geschichte und Bedeutung
Ein Segel am Horizont konnte im Mallorca des 16. Jahrhunderts eine ernste Bedrohung ankündigen. Küstenorte und ländliche Siedlungen waren Überfällen von Piraten und Korsaren ausgesetzt; zwischen der Sichtung eines fremden Schiffes und dessen Landung blieb oft wenig Zeit. Vor diesem Hintergrund begann 1569 der Bau der Torre d'en Beu an der Einfahrt von Cala Figuera. Der hoch gelegene Standort war bewusst gewählt: Von der Klippe ließ sich nicht nur das offene Meer, sondern auch der Zugang zum natürlichen Hafen überwachen.
Das Warnsystem der Küstenwachtürme
Der Turm arbeitete nicht für sich allein, sondern war Teil eines mallorquinischen Netzes von Wacht- und Signaltürmen, die so angeordnet waren, dass Warnungen entlang der Küste weitergegeben werden konnten. Ein Turmwächter hielt Ausschau nach verdächtigen Schiffen. Bei Gefahr erzeugte frisches Holz am Tag gut sichtbaren Rauch; nachts wurden mit trockenem Holz Flammen entfacht. Benachbarte Posten nahmen das Zeichen auf und leiteten es weiter.
Im Hinterland lösten Glocken den nächsten Teil der Alarmkette aus. Wehrfähige Männer wurden zusammengerufen, während andere Bewohner Schutz in befestigten Gebäuden suchten. Wer heute auf das Meer blickt, kann diese Logik unmittelbar nachvollziehen: Die freie Sicht war keine dekorative Zugabe, sondern der entscheidende Teil der Anlage. Jede früh gewonnene Minute konnte für die Menschen an der Küste wichtig sein.
Zerstörung und Wiederherstellung
Die exponierte Stellung machte die Torre d'en Beu selbst zum Angriffsziel. Nach schweren Schäden durch einen Piratenangriff wurde sie wiederhergestellt. Unterschiedliche Darstellungen der Baugeschichte nennen weitere Umbau- und Wiederaufbauphasen; sicher ist, dass der heute erhaltene Turm nicht einfach ein seit 1569 unverändert gebliebenes Bauwerk ist. Seine Mauern erzählen vielmehr von fortgesetzter Nutzung, Beschädigung und Reparatur.
Damit steht die Torre d'en Beu für eine lange Phase, in der Mallorcas Küstenlinie zugleich Lebensraum und gefährdete Grenze war. Fischer waren auf das Meer angewiesen, doch über denselben Weg konnten Angreifer erscheinen. Der Wachturm verwandelte den weiten Horizont in einen kontrollierten Raum, den ein Posten unablässig beobachten sollte.
Vom Alarmfeuer zum Leuchtfeuer
Als Piratenangriffe ihre frühere Bedeutung verloren, änderten sich die Anforderungen an den Standort. Nun ging es nicht mehr darum, die Bevölkerung vor Schiffen zu warnen, sondern Schiffen den Weg zu weisen. Die Fischer von Cala Figuera forderten eine Lichtmarke, die ihnen nachts die Einfahrt in den Hafen erleichtern sollte. Der Bürgermeister von Santanyí machte dieses Anliegen 1953 mit einem Schreiben offiziell; den Entwurf für den Leuchtturm fertigte Rafael Soler an.
So entstand neben dem alten Wachposten ein modernes Seezeichen. Die historische Umkehr ist bemerkenswert: Feuer bedeutete hier einst Alarm, Licht später sichere Heimkehr. Der denkmalgeschützte Turm und der Leuchtturm bilden deshalb kein zufälliges Nebeneinander, sondern zwei Kapitel derselben Küstengeschichte.
Was es zu sehen gibt
Der erste Eindruck gehört nicht einem reich verzierten Bauwerk, sondern einer klaren Silhouette. Die zwölf Meter hohe Torre d'en Beu wirkt massiv und zweckgebunden. Schmuck spielte bei einem Küstenwachturm keine entscheidende Rolle; wichtig waren Widerstandsfähigkeit, Höhe und die freie Sicht über das Meer. Aus der Nähe fallen die schweren Mauern und die kompakte Bauform stärker auf, aus größerem Abstand wird verständlich, weshalb gerade diese Stelle für den Wachposten gewählt wurde.
Die Torre d'en Beu
Der historische Turm steht unmittelbar an der Küste über einer hohen Felswand. Er ist nicht als begehbares Museum eingerichtet und sein Inneres ist für Besucher nicht zugänglich. Zu sehen ist daher vor allem die äußere Gestalt. Das schmälert den historischen Eindruck kaum, sofern der Standort in die Betrachtung einbezogen wird: Der Turm sollte nicht repräsentieren, sondern beobachten und warnen.
Am anschaulichsten wird seine Funktion auf der dem Meer zugewandten Seite. Dort reicht der Blick weit über die Wasserfläche, während die Einfahrt von Cala Figuera seitlich kontrollierbar bleibt. Genau diese Verbindung aus Fernsicht und Übersicht über den Hafenzugang machte den Platz strategisch wertvoll. Der Besucher steht heute in derselben Blickachse, die für den Turmwächter einst Arbeitsraum war. Eine vermeintlich romantische Ruine ist die Torre dennoch nicht: Sie hat ihre geschlossene, wehrhafte Erscheinung bewahrt und ist als Kulturdenkmal geschützt.
Die Klippe und die Hafeneinfahrt
Die eigentliche Bühne des Turms ist die Klippe. In den Quellen schwanken die Höhenangaben geringfügig; unstrittig ist die deutlich erhöhte Lage direkt über der felsigen Küste. Von hier öffnet sich das Panorama in zwei Richtungen: Zum einen liegt das freie Mittelmeer vor dem Betrachter, zum anderen zieht die enge Einfahrt von Cala Figuera den Blick landeinwärts.
Bei bewegter See gewinnt der Ort eine akustische Dimension. Die Wellen schlagen weit unten gegen den Fels, während oben häufig Wind über die offene Fläche zieht. Der Abstand zum Wasser darf dabei nicht über die Gefahr hinwegtäuschen: Die Kanten sind steil, das Gelände ist felsig und ein Foto rechtfertigt keinen Schritt in einen unsicheren Bereich.
Der Blick zurück nach Cala Figuera zeigt, wie tief sich der Naturhafen in das Land einschneidet. Vom Hafen selbst wirkt die Küste eng und geschützt; von der Torre d'en Beu wird dagegen sichtbar, wie unvermittelt die Bucht ins offene Meer übergeht. Diese Perspektive gehört zu den stärksten Gründen für den Spaziergang.
Der Far de la Torre d'en Beu
Östlich des alten Wachturms steht der kleine Leuchtturm. Er ist ein eigenständiges Bauwerk und darf nicht mit der Torre d'en Beu verwechselt werden. Sein Äußeres wurde achteckig entworfen, während der Grundriss im Inneren kreisförmig ist. Die reduzierte Form und die helle Oberfläche heben sich deutlich vom älteren Steinbau ab.
Der Leuchtturm entstand, nachdem die Fischer des Ortes eine nächtliche Orientierungshilfe für die Hafeneinfahrt verlangt hatten. Ein Zugang vom Meer wurde wegen der schroffen Felsküste verworfen. Stattdessen nutzte man für die Erschließung den bereits bestehenden Ortsweg Sa Torre d'en Beu. Auch darin spiegelt sich die Beschaffenheit des Geländes: Was vom Wasser aus abweisend wirkt, lässt sich von der Landseite vergleichsweise unkompliziert erreichen.
Turm und Leuchtfeuer ergeben zusammen ein besonders klares Bild vom Wandel der Küstennutzung. Zwischen beiden liegen mehrere Jahrhunderte, doch ihre Aufgaben hängen am selben Horizont. Der Wachturm suchte nach feindlichen Schiffen; das Leuchtfeuer machte den eigenen Booten die Rückkehr leichter. Für Fotografen lohnt es sich, einen Standpunkt zu suchen, an dem beide Bauwerke getrennt erkennbar bleiben und nicht optisch ineinanderfallen.
Der Besuch
Der Besuch beginnt meist nicht am Turm, sondern mit dem allmählichen Übergang vom Ort zur offenen Küste. Aus Cala Figuera führt der Weg hinauf in Richtung Torre und Leuchtturm. Das letzte Stück wird zu Fuß zurückgelegt. Es ist kein langer Museumsrundgang mit festgelegter Reihenfolge, sondern ein frei gestaltbarer Küstenspaziergang, bei dem Aussicht, Bauwerk und Landschaft gleichermaßen Zeit verdienen.
Vom Weg zum Aussichtspunkt
Am Ziel bietet es sich an, nicht sofort bis zum nächstgelegenen Fotopunkt zu gehen. Schon beim Annähern verändert sich die Silhouette des Turms, und mit etwas Abstand wird seine Position über der Hafeneinfahrt deutlicher. Danach lassen sich die Außenseite der Torre d'en Beu, die Blickrichtung über das Meer und der benachbarte Leuchtturm nacheinander betrachten.
Wie lange man bleibt, hängt stärker von Licht, Wetter und Interesse als von einem Besichtigungsprogramm ab. Wer nur die Bauwerke von außen sehen möchte, benötigt deutlich weniger Zeit als jemand, der den Fußweg aus Cala Figuera einbezieht, fotografiert und die Aussicht in beide Richtungen betrachtet. Da der Innenraum der Torre nicht zugänglich ist, muss keine zusätzliche Zeit für Räume oder eine Ausstellung eingeplant werden.
Licht und Besucherandrang
Spätes Tageslicht ist besonders reizvoll, weil die tiefere Sonne die Konturen von Turm, Leuchtturm und Fels deutlicher modelliert. Für die sogenannte goldene Stunde wird außerdem von geringerem Andrang berichtet. Allerdings liegt der Blick aufs offene Meer nicht in jeder Jahreszeit und aus jedem Winkel direkt in Richtung Sonnenuntergang. Der Reiz besteht daher eher im warmen Seitenlicht als in einem garantierten Sonnenuntergang über dem Wasser.
Wer Ruhe bevorzugt, sollte typische Ausflugszeiten meiden. An beliebten Tagen kann es am Zugang und an den naheliegenden Aussichtspunkten voller werden; auch Parkmöglichkeiten in der Nähe sind dann stärker gefragt. Bei Hitze ist ein früher Besuch angenehmer, denn das Gelände ist offen und bietet wenig natürlichen Schatten. Die südlich ausgerichteten Felsbereiche erwärmen sich in den warmen Monaten stark.
Zugang statt Innenbesichtigung
Vor dem Aufbruch sollten aktuelle Hinweise zum Zugang geprüft werden. Verlässliche feste Öffnungszeiten und ein Eintrittspreis sind nicht erfasst. Vor Ort darf jedenfalls keine klassische Turmbesichtigung erwartet werden: Die Torre d'en Beu ist innen nicht zugänglich. Das Erlebnis konzentriert sich auf die Außenansicht, den Küstenraum und die historische Beziehung zwischen Wach- und Leuchtturm.
Auch bei einem kurzen Aufenthalt lohnt es sich, nicht nur zur Meerseite zu schauen. Der Rückblick auf Cala Figuera erklärt den Standort mindestens ebenso gut. Erst im Wechsel zwischen offenem Horizont und geschützter Bucht wird sichtbar, welche Schiffe der frühere Wächter beobachten sollte und weshalb die späteren Fischer gerade hier eine Lichtmarke verlangten.
Anfahrt und Parken
Die überregionalen Fahrangaben führen bis Cala Figuera, nicht unmittelbar bis an die Torre d'en Beu. Ab dem Flughafen Palma beträgt die Strecke nach Cala Figuera 52 Straßenkilometer; die Fahrt dauert rund 48 Minuten und verläuft über die Ma-19 und anschließend die Ma-6102. Vom Zentrum Palmas sind es 58 Straßenkilometer. Dafür sind rund 56 Minuten einzuplanen, ebenfalls über die Ma-19 und die Ma-6102.
Von Santanyí nach Cala Figuera
Die Ma-6102 verbindet Santanyí mit Cala Figuera und ist die entscheidende Zufahrt für Reisende aus Richtung Palma. Im Bereich des Küstenortes zweigt die weitere Anfahrt in das örtliche Straßennetz ab. Die Torre liegt östlich des Hafens auf der Landzunge; das letzte Stück bis zum Bauwerk ist ein Fußweg. Navigation sollte daher nicht mit der Erwartung verbunden werden, direkt neben dem Turm aussteigen zu können.
Der historische Ortsweg Sa Torre d'en Beu spielte bereits bei der Anlage des Leuchtturmzugangs eine Rolle. Die Landroute wurde gewählt, weil die schroffen Klippen einen sinnvollen Zugang vom Wasser verhinderten. Heute führt derselbe Grundgedanke Besucher von der bebauten Seite hinaus zur Küste.
Parken und letzter Fußweg
In der Nähe des Zugangs kann am Straßenrand beziehungsweise im angrenzenden Straßennetz geparkt werden. Erfahrungsberichte beschreiben die Parkplatzsuche zu gefragten Zeiten jedoch als schwieriger. Es ist deshalb sinnvoll, nicht auf einen Stellplatz direkt am Beginn des Weges zu bestehen und einen zusätzlichen Fußweg einzuplanen. Der Zugang zum Leuchtturm bleibt auf dem letzten Abschnitt ohnehin Fußgängern vorbehalten.
Der Weg ist grundsätzlich unkompliziert, geht am Ende aber in felsiges und teilweise unregelmäßiges Küstengelände über. Nach Regen oder bei starkem Wind verdient dieser Abschnitt mehr Aufmerksamkeit als ein gewöhnlicher Stadtspaziergang. Wer vom Hafen aus startet, verbindet die Anfahrt mit einem Wechsel der Landschaft: von den Bootshäusern am Wasser hinauf auf die offene Landzunge.
Anreise mit dem Bus
Die relevante Haltestelle heißt Cala Figuera. Von dort ist die Torre d'en Beu nicht unmittelbar erreicht; der weitere Weg führt zu Fuß durch den Ort und hinauf zur östlichen Seite der Hafeneinfahrt. Die Busfahrt eignet sich deshalb besonders für Besucher, die ohnehin Zeit für Cala Figuera mitbringen und den Turm als Ziel eines Spaziergangs verstehen.
Buslinien nach Torre d'en Beu im Überblick
| Linie | Strecke | Fahrten/Tag | Erste Fahrt | Letzte Fahrt |
|---|---|---|---|---|
| 516 | Cala Figuera - Campos | 17 | 06:45 | 22:00 |
Aus den offiziellen GTFS-Fahrplandaten (TIB/SFM), ohne Echtzeit. Die Zahlen fassen alle Halte im Ort zusammen; Fahrten an Wochenenden und Feiertagen weichen ab — vor der Fahrt beim Betreiber prüfen.
Anfahrt mit dem Bus
Cala Figuera (57029) · 0,9 km Luftlinie
- 516Cala Figuera - Campos · Täglich
Fahrplandaten: offizielle GTFS-Daten (TIB/EMT), ohne Echtzeit — Zeiten vor Fahrtantritt beim Betreiber prüfen.
In der Umgebung
Unten im Hafen wirkt das Meer beinahe gezähmt. Boote liegen zwischen niedrigen Bootshäusern, Netzen und Anlegestellen; erst oben an der Torre d'en Beu wird wieder sichtbar, dass Cala Figuera unmittelbar mit dem offenen Mittelmeer verbunden ist. Ein Besuch des Turms lässt sich deshalb am sinnvollsten mit einem Rundgang durch den Ort verbinden, statt nur für ein einzelnes Foto zur Landzunge zu fahren.
Cala Figuera
Cala Figuera besitzt einen Y-förmig verzweigten Naturhafen. Seine beiden Arme heißen Caló d'en Busques und Caló d'en Boira. Entlang des Wassers haben sich traditionelle Elemente des Fischereihafens erhalten: kleine Bootshäuser, Arbeitsplätze der Fischer und mallorquinische Boote teilen sich die Bucht mit moderneren Freizeitfahrzeugen. Von den Wegen am Hafen ergeben sich immer wieder Blicke über das schmale Wasser zu den gegenüberliegenden Häusern.
Der Ort ist keine klassische Badebucht mit Sandstrand. Das verändert auch die Besuchserfahrung: Cala Figuera wird weniger von einem großen Strandbetrieb geprägt als vom Hafen, seinen Wegen und der engen Topografie zwischen Felswänden und Wasser. Wer zuerst unten am Kai entlanggeht und anschließend zur Torre aufsteigt, erlebt die Bucht aus zwei gegensätzlichen Perspektiven.
Santanyí und die Küste
Santanyí liegt landeinwärts und ist der natürliche Verkehrsknoten für die Anfahrt nach Cala Figuera. Ein Aufenthalt dort lässt sich gut vor oder nach dem Küstenspaziergang einplanen. Für einen längeren Ausflug bieten sich außerdem weitere Buchten und Küstenwege im Süden und Südosten Mallorcas an, ohne dass dafür der Charakter des Torre-Besuchs verändert werden muss.
Nahe der Torre ziehen die Kalksteinfelsen auch Kletterer an. In den Wänden befinden sich zahlreiche Routen und Boulderbereiche, doch der Zugang zum Fuß der Felsen ist stellenweise von großen Blöcken erschwert. Das ist ein eigenes sportliches Vorhaben und kein beiläufiger Bestandteil eines normalen Sehenswürdigkeitenbesuchs.
Hafen und Turm als gemeinsamer Spaziergang
Für die Reihenfolge gibt es zwei gute Möglichkeiten. Am Morgen kann zunächst die offene Küste besucht werden, bevor die Sonne das schattenarme Gelände stark erwärmt; anschließend führt der Weg hinunter in den Hafen. Später am Tag bietet sich die umgekehrte Variante an: erst Cala Figuera, dann die Torre d'en Beu im wärmeren Licht.
In beiden Fällen liefert der Ortsrundgang den Kontext, den der Turm allein nicht zeigen kann. Die Fischer, die später nach einem Leuchtfeuer verlangten, arbeiteten in diesem Hafen. Die Wächter des älteren Turms beobachteten genau dessen Zugang. Zwischen Bootshäusern und Klippen wird aus zwei einzelnen Fotomotiven eine zusammenhängende Geschichte.
Der Ort dazu
Cala Figuera im OrtsporträtWissenswertes für den Besuch
Ein kräftiger Windstoß, lose Steine und eine steile Kante verlangen mehr Aufmerksamkeit, als die geringe Länge des letzten Wegstücks vermuten lässt. Die Torre d'en Beu ist leicht in einen Ausflug einzubauen, doch der Standort bleibt eine ungesicherte Küstenlandschaft und kein gestalteter Aussichtsgarten. Vernünftige Vorbereitung macht den Unterschied zwischen einem entspannten Aufenthalt und einem unnötig riskanten Fotostopp.
Schuhe und Untergrund
Feste Schuhe mit griffiger Sohle sind für den unregelmäßigen Weg und den felsigen Bereich rund um die Küste sinnvoll. Sandalen mit glatter Sohle passen schlecht zu losem Gestein. Für die normale Außenbesichtigung ist keine Wanderausrüstung erforderlich, doch das Gelände sollte auch nicht wie eine gepflasterte Hafenpromenade behandelt werden.
Der Abstieg zu den Kletterwänden gehört nicht zum üblichen Besucherweg. Dort liegen große Felsblöcke, und manche Zustiege sind anspruchsvoller als der Weg zu Turm und Leuchtturm. Wer ausschließlich die Sehenswürdigkeit besuchen möchte, bleibt oben auf dem gut erkennbaren Zugang.
Sonne, Wind und Schatten
Die Landzunge ist dem Wetter ausgesetzt. Schatten ist knapp, und die südlich orientierten Felsen können sich in den warmen Monaten stark aufheizen. Sonnenschutz und ausreichend Wasser sind daher besonders zur Tagesmitte wichtig. Gleichzeitig kann der Wind an der Klippe kräftiger sein als unten im geschützten Hafen. Hüte, leichte Gegenstände und lose Kleidungsstücke sollten entsprechend gesichert werden.
Bei stürmischem Wetter ist Abstand von der Kante entscheidend. Das eindrucksvolle Brechen der Wellen lässt sich auch aus sicherer Position beobachten. Nasse Felsen können glatt sein; nach Regen ist auf dem letzten Abschnitt ein langsameres Tempo angebracht.
Besuch mit Kindern
An der Klippe ist durchgehend enge Begleitung erforderlich. Für Familien ist die Verbindung mit dem Hafen von Cala Figuera reizvoll, weil sich dort Fischerboote, Bootshäuser und die geschützten Hafenarme aus der Nähe betrachten lassen.
Was nicht zu erwarten ist
Die Torre d'en Beu bietet keinen zugänglichen Innenraum, keine Ausstellung und keinen Rundgang durch historische Kammern. Auch der benachbarte Leuchtturm ist nicht der eigentliche historische Wachturm. Wer beide Bauwerke gedanklich trennt, erkennt ihre Geschichte umso besser: hier das Warnsystem des 16. Jahrhunderts, dort die spätere Navigationshilfe für die Fischer.
Der Wert des Ortes liegt in der Außenansicht und der Landschaft. Ein Fernglas kann den Blick über das Meer interessanter machen, ist aber nicht notwendig. Wichtiger ist, genügend Zeit für verschiedene Standpunkte einzuplanen und auch zurück zur Bucht zu schauen. Die stärkste Ansicht muss nicht diejenige sein, bei der das Meer den gesamten Hintergrund füllt; häufig erklärt der Blick auf die Hafeneinfahrt den Turm wesentlich besser.
Insider-Tipps von Einheimischen
Zur Hafeneinfahrt umdrehen
Nicht nur das offene Meer fotografieren: Der Blick zurück auf die schmale Einfahrt von Cala Figuera erklärt den Standort des Wachturms. Von hier konnte der Posten zugleich den Horizont und den Zugang zum geschützten Hafen kontrollieren.
Warmes Seitenlicht nutzen
Spätes Tageslicht zeichnet Mauerwerk, Fels und den kleinen Leuchtturm besonders plastisch nach. Für die goldene Stunde wird zudem von weniger Andrang berichtet; ein Sonnenuntergang direkt über dem Meer ist wegen Blickrichtung und Jahreszeit jedoch nicht garantiert.
Zwei Epochen auseinanderhalten
Turm und Leuchtfeuer lassen sich gemeinsam fotografieren. Der massive Steinbau ist die historische Torre d'en Beu; der kleinere, helle Leuchtturm entstand später auf Wunsch der Fischer. Ein seitlicher Standpunkt macht beide Silhouetten klar erkennbar.
Erst Hafen, dann Wachturm
Ein Rundgang an den beiden Hafenarmen von Cala Figuera liefert den besten historischen Kontext. Anschließend zeigt der Blick von der Torre, wie der geschützte Fischerhafen mit dem offenen Meer verbunden ist.
Oben am Besucherweg bleiben
Unterhalb der Landzunge liegen Klettersektoren und große Felsblöcke. Für die Besichtigung von Torre und Leuchtturm ist kein Abstieg nötig. Der obere Zugang bietet die entscheidenden Ansichten, ohne den anspruchsvolleren Weg zum Fuß der Klippen zu nehmen.