Llampuga
Herbstzeit ist Llampuga-Zeit auf Mallorca
Denn die Goldmakrelen dürfen von Ende August bis Ende Dezember gefangen werden. Der grätenarme Fisch mit den goldfarbenen-metallischen Reflexen auf der Haut ist ein guter Speisefisch. Und er geht relativ leicht ins Netz oder an die Angel.
Llampuga: Schneller, fettarmer Fisch

Denn Llampugas sind schnelle Schwimmer und zeigen sich durchaus auch oberhalb der Wasseroberfläche, wenn sie übermütig aus dem Meer springen. Das liegt an einer besonderen Vorliebe der Gemeinen Goldmakrele (Coryphaena hippurus), so ihr wissenschaftlicher Name. Sie jagt so gern Fliegende Fische.
Dabei macht sie richtig Tempo und kann Geschwindigkeiten von 60 Stundenkilometern und mehr erreichen. Damit zählt sie zu den schnellsten Fischen überhaupt. Weil sie so agil ist und weite Strecken zurücklegt, hat sie auch wenig Fett.
Llampugas – tonnenweise gefischt
Mit Beginn der kühleren Jahreszeit, wenn der Sommer geht, die ersten Stürme über Mallorca fegen und Gewitter aufziehen, dann ist die Zeit der Goldmakrele. Sie wird daher auch als Gewitterfisch bezeichnet. Und der Name „Llampuga“ leitet sich vom mallorquinischen Wort „Llamp“ ab: Blitz!
Im Herbst werden die Fische tonnenweise aus Mallorcas Gewässern geholt. Im Jahr 2022 fingen hiesige Fischer fast 126 Tonnen. Das teilte die Balearische Fischereivereinigung mit.
Goldmakrelen-Fest in Cala Ratjada

Vom 13. bis 15. Oktober 2023 ist sie auf Mallorca in aller Munde. Denn dann feiert Cala Ratjada sein traditionelles Goldmakrelen-Fest, die „Mostra de la Llampuga“. Das bedeutet: Alles dreht sich in dem Ort in Mallorcas Osten um dieses Meerestier. Und dabei zeigt sich, auf welch‘ unterschiedliche Art und Weise Goldmakrelen zubereitet werden können: nämlich mariniert, gegrillt, geräuchert, frittiert, gedämpft …
Von Ceviche bis Carpaccio
Sie eignen sich bestens als Zutat in einem schmackhaften Ceviche, können fein geschnitten der Protagonist in einem Carpaccio sein, geben Fischtöpfen Pfiff und verleihen selbst Hamburgern eine mallorquinische Note.
Traditionell mit Kartoffeln und Paprika serviert
Es gibt sogar Köche, die daraus einen Nachtisch gezaubert und sie als Mousse serviert haben. Doch bei allen kreativen Kompositionen, ist die LLampuga traditionell doch in Mallorcas guten, alten Fideua-Gerichten zu finden.
Fideua ist die „nudelige“, kleine Schwester der Paella – mit Pasta statt Reis. Gern wird Goldmakrele auf Mallorca auch klassisch mit Kartoffeln und Paprika serviert.
Vielseitige Zubereitung
Wenn man so will, ist die Goldmakrele ein wahrer Vielseitigkeits-Champion. Und zahlreiche Variationen lassen sich beim Llampuga-Gastro-Fest in Cala Ratjada kosten!
Wer das große Goldmakrelen-Event verpasst: In den Markthallen auf Mallorca und an den Fischständen werden jetzt in der Saison überall Llampugas angeboten.
Von Mallorca bis Hawaii
Übrigens sind Goldmakrelen nicht nur im Mittelmeer zu finden. Sie tummeln sich vor Mallorca, Italien, Malta und Tunesien, sind aber dazu im Atlantik, Pazifik und Indischem Ozean anzutreffen.
Auch in tropischen Gewässern fühlen sie sich wohl. Bei Hawaii zum Beispiel können die Mahi-Mahi, wie sie dort heißen, sogar Längen von über zwei Metern und ein Gewicht von bis zu 40 Kilogramm erreichen.
Davon können mallorquinische Fischer nur träumen. Denn bisher ergatterten sie eher die kleinen und mittleren Exemplare.
Keine Anzeichen von Überfischung
Aber es zeichnen sich Veränderungen ab: So hat der Biologe Vicenç Moltó von der Universität der Balearen (UIB) in Palma de Mallorca gerade kürzlich im Rahmen seiner Dissertation festgestellt, dass sich aufgrund des Klimawandels und steigenden Meerestemperaturen die Fortpflanzungszeit der Tiere verlängert hat.
Das bedeutet: Fische, die bereits zu Beginn dieser Phase schlüpfen, sind in der Fangsaison auf Mallorca größer als früher.
Tiere indes, die erst gegen Ende dieser Phase ins Leben gestartet sind, sind entsprechend klein. Die gute Nachricht zum Schluss: Laut Wissenschaftler Vicenç Moltó gibt es zumindest im balearischen Meer keine Anzeichen für eine Überfischung der gülden glänzenden Makrelen.