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503 Minderjährige: Mallorca fordert Hilfe vom Staat

Verantwortlich für den Inhalt: Frank Menze

Auf Mallorca stehen 503 unbegleitete minderjährige Migranten unter der Obhut des Instituto Mallorquín de Asuntos Sociales (IMAS). Damit betreut das Schutzsystem der Insel erstmals gleichzeitig mehr als 500 dieser Jugendlichen. Der Consell de Mallorca fordert deshalb vom spanischen Staat mehr Ressourcen und Koordination.

Archivo - Una patera localizada en la costa de Mallorca.
Europa Press

Seit Beginn des Jahres 2026 kamen nach Angaben des Consell 226 Minderjährige ohne familiäre Bezugspersonen nach Mallorca. In den vergangenen Wochen hätten sich die Ankünfte beschleunigt. Gegenüber 2019 stieg ihre Zahl auf der Insel laut Consell um 625 Prozent.

Zentren laut IMAS massiv überbelegt

Der IMAS-Präsident und Inselrat für Soziales, Guillermo Sánchez, bezeichnete das Überschreiten der 500er-Marke als alarmierend. Das Schutzsystem Mallorcas sei kollabiert und die Lage verschärfe sich weiter, sagte er.

Die Zentren tragen laut Sánchez eine Überbelegung von mehr als 1.000 Prozent. Zugleich würdigte er die Beschäftigten, die den Schutz und das Wohl der betreuten Minderjährigen unter zunehmend schwierigen Bedingungen sichern sollen.

Consell verlangt sofortiges Handeln

Nach Darstellung des Consell fällt die Entwicklung mit einer stärkeren Migrationsroute zu den Balearen zusammen. Der Archipel liege bei den irregulären Ankünften inzwischen vor den Kanaren. Dies verlagere den Druck auf die Route im westlichen Mittelmeer und habe direkte Folgen für Mallorcas Schutzsystem.

Sánchez verlangt deshalb ein sofortiges Eingreifen des Staates. Mallorca schütze alle ankommenden Minderjährigen, brauche dafür aber Entscheidungen, Koordination und zusätzliche Mittel. Das IMAS hält nach Angaben des Consell alle verfügbaren Ressourcen aktiviert und will trotz der extremen Überbelegung eine würdige, sichere und angemessene Betreuung gewährleisten.

Themen: Migration · Soziales · Politik

Quelle: Europa Press / Mallorca.com