Balearen: Algerien-Route wächst um über 250 Prozent
Die Migrationsroute aus Algerien Richtung Balearen wächst laut Frontex-Zahlen um mehr als 250 Prozent in den vergangenen drei Jahren. Balearen-Präsidentin Marga Prohens nennt diese Zahl am Mittwoch, 14. Oktober 2026, bei einem Seminar in Brüssel. Sie fordert mehr europäische Unterstützung beim Schutz der Grenzen und im Kampf gegen Schleusernetzwerke.
Prohens fordert dauerhafte Frontex-Präsenz
Nach den von Prohens vorgetragenen Zahlen ist die Route aus Algerien die am stärksten wachsende Migrationsroute Europas. Die Balearen liegen aus ihrer Sicht an vorderster Stelle dieser Route. Prohens fordert deshalb, dass der spanische Staat eine dauerhafte Präsenz der europäischen Grenzschutzagentur Frontex auf der Route zum Archipel beantragt.
Zudem will sie die Zusammenarbeit der europäischen Staaten beim Grenzschutz stärken. Auch mit Herkunfts- und Transitländern soll die EU nach ihrer Forderung enger zusammenarbeiten, um gegen Schleusernetzwerke vorzugehen.
EU-Plan soll Mehrkosten der Inseln berücksichtigen
In Brüssel ging es um den Aktionsplan für den von der Europäischen Kommission angestoßenen Pakt für den Mittelmeerraum. Prohens verlangt, dass der Plan die besonderen Bedürfnisse der Inseln berücksichtigt. Dazu zählt sie Mehrkosten, die Unternehmen auf Inseln im Vergleich zum Festland tragen. Sie fordert dafür eine Lockerung der europäischen De-minimis-Regel für die Mittelmeerinseln.
Prohens sieht in dem Pakt auch Chancen für Hochschulen, Forschung, erneuerbare Energien und Stromnetze. Ob die geplanten Maßnahmen greifen, hängt nach ihrer Einschätzung davon ab, ob die EU dafür ausreichend Geld bereitstellt.
Themen: Migration · Wirtschaft
Quelle: Europa Press / Mallorca.com