14 Angriffe auf Religionsfreiheit: 11 mehr als im Vorjahr
Auf den Balearen zählt der Jahresbericht für 2025 insgesamt 14 Angriffe auf die Religionsfreiheit – 11 mehr als im Jahr zuvor. Darunter fallen laut dem Observatorium für Religionsfreiheit und Gewissensfreiheit Vandalismus, Beleidigungen von Gläubigen, politische Debatten und Initiativen sowie Beiträge und Kampagnen in Medien. Mehrere dokumentierte Fälle betreffen Palma auf Mallorca.
Islam im Fokus politischer Debatten
Der Bericht führt mehrere Initiativen von Vox gegen den Islam an. So habe sich der Abgeordnete Sergio Rodríguez im Balearen-Parlament in einer Ausschusssitzung abwertend über den Islam geäußert.
Außerdem nennt das Observatorium Aussagen von Rodríguez zu religiösen Sondermenüs in Schulen. Der Bericht verweist auch auf Vorstöße von Vox für ein Verbot des islamischen Schleiers in Klassenzimmern und gegen islamischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen. Weitere Angriffe auf den Islam seien in Pressebeiträgen dokumentiert.
Schmierereien und Streit um christliche Symbole
Zu den Fällen gegen Christen zählen laut Bericht Schmierereien gegen die katholische Kirche an der Pfarrei Virgen del Carmen in Palma. Er dokumentiert zudem ein von Podemos beworbenes Plakat zu den Festen von Sant Sebastià, das religiöse Bilder sexualisierte und später auf T-Shirts verkauft wurde.
Auch eine Äußerung des MÉS-per-Mallorca-Sprechers Lluís Apesteguia im Parlament führt der Bericht auf. Darin schrieb er Christen unter anderem „machistische“ Praktiken zu. Das Observatorium nennt außerdem ein Plakat der Gewerkschaft UOB, auf dem eine Krippe durchgestrichen war und christliche Symbole als „Dogmen, Aberglauben und Obskurantismus“ bezeichnet wurden. Hinzu kommen Karikaturen, die den Davidstern mit dem Hakenkreuz gleichsetzten, sowie eine antisemitische Schmiererei im ehemaligen jüdischen Viertel von Palma.
Observatorium verlangt Schutzplan
Die Präsidentin des Observatoriums, María García, bezeichnet den Anstieg als Alarmsignal. Sie verweist auf Todesdrohungen im öffentlichen Raum, Schmierereien an Kirchen, Antisemitismus in Medien und einen „kämpferischen Laizismus“ aus Institutionen.
Das Observatorium fordert von der Balearen-Regierung, dem Parlament, den Inselräten und den Gemeinden einen Präventionsplan. Zudem verlangt es Schulungen für Beschäftigte im öffentlichen Dienst und einen besseren Schutz von Gotteshäusern und religiösem Kulturerbe. Politiker sollten religiöse Überzeugungen nicht zum Gegenstand von Spott oder parteipolitischer Konfrontation machen, heißt es weiter.
Themen: Arbeitsmarkt · Gastronomie · Politik · Palma
Quelle: Europa Press / Mallorca.com